>Rezension: Die Eleganz des Igels

>Juni 2010
Die Eleganz des Igels

Muriel Barbery
384 Seiten
Taschenbuch erschienen im dtv Oktober 2009

Story:
Das Buch erzählt von der 54 Jahre alten Renée und der 12 Jährigen Paloma.
Renée ist Consierge in einem noblen Mehrfamilienhaus in Paris. Sie erzählt von ihrem Leben, ihrer Liebe, ihrer Katze und ihren Büchern. Renée ist intelligent, sie liest Tolstoi und beschäftigt sich mit den großen Fragen der Menschheit. Nach außen spielt sie die einfältige Consierge, da dies von ihr erwartet wird.
Paloma ist 12 Jahre alt, sie lebt mit ihrer gut betuchten Familie in einer der Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus in dem Renée als Consierge arbeitet. Sie ist ebenfalls intelligent und da sie glaubt die Erwachsenen zu kennen beschließt sie nicht so zu Enden und plant sich an ihrem 13 Geburtstag das Leben zu nehmen.

Und dann gibt es noch Monsieur Ozu, ein Japaner, der in das Haus einzieht und mit seiner freundlichen Art alle Bewohner in seinen Bann zieht.

Meine Meinung:
Das Buch ist in der Erzählerperspektive von Renée und Paloma geschrieben.
Die Autorin switcht zwischen diesen beiden Charakteren, die aus ihrem Leben erzählen.
Es ist nichts für zwischendurch, da sehr viele Fremdwörter benutzt werden. Ich habe versucht es im beim Arzt im Wartezimmer zu lesen, aber es ging einfach nicht. Ich konnte mich nicht auf den Text konzentrieren und auch zu Hause im Stillen Kämmerlein viel es mir teilweise sehr schwer ein angenehmes Lesetempo zu finden. Stellenweise musste ich Absätze 2-3 mal lesen um den Sinn zu verstehen und die Zusammenhänge wieder herzustellen.
Die erste Hälfte fand ich auch eher lahm. Es kam keine richtige Spannung auf und wenn meine Arbeitskollegin mich nicht vorher zum durchhalten motiviert hätte, hätte ich vielleicht aufgegeben.
Zum Glück habe ich weitergelesen, denn es lohnt sich wirklich.
Als Monsieur Ozu einzieht, ändert sich alles.
Paloma und Renée kommen sich näher, denn Paloma findet in Renée eine Seelenverwandte. Eine Frau die genau wie sie intelligent ist und dies versucht zu verbergen um nicht aufzufallen. Ab da fiel mir auch das Lesen deutlich leichter.
Die Autorin benutzt viele malerische Bildnisse und Ausdrücke, an die man sich zwar als „Normalo“ erst gewöhnen muss, dann aber umso schöner findet.
Die Art und Weise der Erzählung ist einfach fabelhaft.
Das Ende kommt abrupt und ist sehr tragisch. Ich habe die letzten Seiten geheult wie ein Schlosshund.
Das Leben ist nicht immer schön, das ist wohl die Kernaussage. Es ist ungerecht und hart, aber es gibt auch schöne Momente und man muss lernen in all der Dunkelheit, diese Schönheit zu sehen. Die schönen Dinge machen das Leben lebenswert.
„ Wo beginnt der Krieg und wo hört der Kampf auf? Und dann eine Kamelie.“ Ach… wie schön.

Fazit:
Wunderbar. Ein Buch welches man so schnell nicht vergisst. Wortreich und Intelligent. Einen Stern ziehe ich ab, weil es für mich an manchen Stellen einfach zu aufgebläht mit Fremdwörtern war und dadurch der Lesefluss oft unterbrochen wurde. Außerdem fordert die erste Hälfte schon ein gewisses Durchhaltevermögen, aber es lohnt sich.
– „Gut“…hat mir gut gefallen

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