-Rezension- Forbidden : Tabitha Suzuma

Forbidden

Tabitha Suzuma
Sprache: Deutsch
445 Seiten

Rezension:
Ein Buch, dass das Tabuthema Inzest behandelt.Klingt zunächst spannend und für mich auch echt neu. Die beiden Liebenden sind Lochan und Maya, die mit ihren Geschwistern Kit, Willa und Tiffin in ärmlichen Verhältnissen leben. Ihr Vater ist abgehauen und ihre Mutter ist dauerabwesend oder liegt betrunken auf dem Sofa.

Lochan und Maya sind die Ältesten und übernehmen die Elternrolle für die 3 Kleinen. Sie müssen früh Verantwortung übernehmen und es zeigt sich schnell, dass diese Rolle die beiden Jugendlichen überfordert. Klar, wenn man selbst noch ein Kind ist und sich nach der Schule um seine kleinen Geschwister kümmern muss, dann stößt man schnell an seine Grenzen. Zum Jugendamt können sie nicht gehen, weil man ihnen dann die kleinen wegnehmen würde, also kämpfen sie sich durch und suchen Halt und Trost beieinander. Und genau da liegt für mich das Problem. Die Liebe die beschrieben wird ist für mich nicht echt, sondern aus der Not heraus entstanden. Lochans Gefühle konnte ich noch eher nachvollziehen als Mayas, weil er der absolute Außenseiter ist und außer seiner Familie überhaupt keine sozialen Kontakte pflegt. Maya hingegen, konnte ich nicht verstehen. Sie ist eigentlich ein normales Mädchen, das sich auch mit Jungs trifft.

Lochan ist eifersüchtig auf diese Dates, was ich ja noch ganz niedlich fand. Als es dann aber zwischen den beiden wirklich zum Kuss kommt und die sexuellen Szenen immer mehr werden, habe ich mich doch etwas geekelt. Bruder und Schwester zusammen im Bett… Nein, die Autorin konnte mich nicht überzeugen, dass das richtig ist.
Lochan und Maya wissen, dass sie etwas Verbotenes tun, sie wehren sich gegen ihre Gefühle und die Autorin stellt immer wieder die Frage, ob es ein Gesetz gegen die Liebe geben darf.
Ich bin mir unschlüssig ob man diese Frage klar beantworten kann. Ich zumindest kann und will auch nach der Lektüre keine klare Antwort geben. Grundsätzlich denke ich ja, dass man lieben sollte wen man will, denn Liebe ist ja nie schlecht, wenn sie auf Gegenseitigkeit beruht.

Was dann allerdings am Ende passiert, ist etwas womit ich nicht einverstanden bin. Ohne Spoilern zu wollen, kann ich nur sagen, dass das Ende zum Buch passt, ja aber… es passiert etwas, was meiner Meinung nach nicht in ein Jugendbuch gehört und was auch nicht romantisiert werden sollte. Gerade mit Jugendlichen sollte man dieses Thema kritisch besprechen und nicht als einzigen Ausweg und heldenhafte Lösung darstellen.

Fazit:
3 Sterne, da das Thema sich wirklich mal von dem Einheitsbrei abgehoben hat, allerdings konnte mich die Liebe nicht überzeugen und das Ende ist meiner Meinung nach nicht jugendtauglich.

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