>Rezension< Nackt Schlafen ist Bio von Vanessa Farquharson

Nackt Schlafen ist Bio – Eine Öko-Zynikerin findet ihr Grünes Gewissen und die große Liebe
Vanessa Farquharson
Bastei Lübbe (März 2011)
368 Seiten
Genre: Selbstversuch
Originaltitel: Sleeping Naked Is Green: How an Eco-Cynic Unplugged Her Fridge, Sold Her Car, and Found Love in 366 Days


Kurzbeschreibung

Ist Duschen im Dunkeln wirklich sinnvoll, um Strom zu sparen? Wofür entscheidest du dich, wenn im Supermarkt der gespritzte Granny Smith aus der Region neben dem Bioapfel aus Neuseeland liegt? Und welche Shampoo-Experimente aus der Kräuterküche kann man getrost vergessen? Vanessa Farquharsons hat ein Jahr lang jeden Tag eine ökologische Korrektur in ihrem Leben vorgenommen. Ihr Tagebuch zum Projekt „ökologisch korrekt und trotzdem sexy“ ist schonungslos – und äußerst unterhaltsam.

Quelle: Amazon.de

Rezension PiMi:
Vanessa Ferquharson startet einen Selbstversuch. Sie will 1 Jahr lang jeden Tag eine neue Ökomaßnahme in ihr Leben integrieren und darüber bloggen. Nackt schlafen ist Bio ist aus eben diesem Blog entstanden.

Ok, mit solchen Blog zum Buch Geschichten habe ich ja bisher nicht so positive Erfahrungen gemacht (hier). Nichtsdestotrotz das Projekt klingt vielversprechend und so greife ich doch zu diesem „Blog zu Buch“- Roman.
Ich persönlich habe zwar auch schon über die eine oder andere Sache nachgedacht die ökologischer gestaltet werden könnte, aber  wirklich Ökologisch-korrekt lebe ich nicht. Entsprechend gespannt war ich auf den Erfahrungsbericht von Vanessa Ferquharson die ja vor ihrem Projekt eine selbsternannte Ökozynikerin war. Und siehe da, einige Tipps und Veränderungen klingen plausibel, vernünftig und ohne großen Aufwand umsetzbar, da wäre z.B. der LadyCup, den ich nach dem ersten Schock (was soll das sein? und das geht doch nie und nimmer!) wirklich bestellt habe und ich bin super zufrieden. Auf nähere Details zu diesem Cup möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Vanessa Ferquharson allerdings, macht es und das sehr ausführlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Wer also etwas empfindlich auf Urin, Körperhygiene und Östrogene reagiert, der sollte sich das Buch besser nicht lesen. Sie beschreibt sehr detailiert wie man ohne Klopapier leben kann und wie „schick“ eine Wurmkiste im Wohnzimmer wirklich ist.

Viele Dinge, die die Autorin einführt um ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern waren für mich allerdings einfach zu weit weg vom „normalen“ Leben und somit nicht umsetzbar. Die No-Poo Bewegung zum Beispiel, bei der anstelle von Shampoo Backpulver oder Öl benutzt wird (soll angeblich funktionieren). Oder auch die Sache mit den Stoffwindeln…Ich weiß, dass Windeln eine riesen Umweltbelastung darstellen, aber Stoffwindeln möchte ich persönlich nicht waschen…

Die Autorin verzichtet für das Projekt nicht nur auf ihr Auto, sondern auch auf ihren Kühlschrank und es ist wirklich kaum zu glauben, aber es geht. 1 Jahr lang und Überraschung, sie hat überlebt ;-).

Sie verzichtete auf exotische Lebensmittel, nimmt ihr eigenes Lätzchen mit zum Zahnarzt und setzt die Pille ab, weil Östrogene das Abwasser belasten.
Das Buch regt zum nach- und überdenken der eigenen Lebensweise an, ohne das die Autorin mit erhobenen Oberlehrerinnen-Zeigefinger daher kommt, und unterhaltsam ist dieser Selbstversuch noch dazu.

Ich habe viel gelernt, z.B. das Joggen eben doch gar nicht so Bio ist wie man zunächst denkt, nackt schlafen hingegen schon 😉
Fazit:
Amüsant, lehrreich und einige Dinge kann man in sein eigenes Leben einbringen. Wenn auch nicht alles umsetzbar ist, bzw. aus Luxus- und Gewohnheitsgründen nicht umgesetzt wird, so kann man doch selbst einmal prüfen in wie weit man seinen eigenen ökologischen Fußabdruck verkleinern kann. Vanessa Ferquharson macht vor wie es geht und es macht Spaß ihr dabei zuzusehen.

7 Gedanken zu “>Rezension< Nackt Schlafen ist Bio von Vanessa Farquharson

  1. Das Buch steht schon so lange auf meiner Wunschliste und du hast mir jetzt wieder richtig Lust darauf gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht alle Vorschläge im wirklichen Leben umzusetzen sind, aber wenn man sich ein paar Anregungen holen kann, ist das ja auch schon ein Schritt in die richtige Richtung.
    Besagten Cup habe ich übrigens auch vor kurzem bestellt, aber noch nicht getestet 😉

    • Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit dem Buch und mit dem Cup. Ist nach den anfänglichen Startschwierigkeiten echt eine super Alternative. Kleiner Tipp, ich habe mir auf Youtube ein Video zur Handhabung angeschaut, das hat geholfen 😉

    • Ich denke, dass ist auch was für Männer. Wenn er über die Pille und den Ladycup hinwegsehen kann 😉 Es geht ja generel darum sein Leben ökologischer zu gestalten, ist zwar von einer Frau geschrieben und enthält darum auch Frauenthemen, aber das Gro ist für beide Geschlechter umsetzbar 😉

  2. Ich hab gerade „Anständig Essen“ von Karen Duve gelesen und zugegebenermaßen auch mit diesem Buch geliebäugelt. Nach Deiner Rezi muss ich allerdings sagen, dass das Buch wohl doch nichts für mich ist. Ich muss mir den Kauf zu Mindest noch mal ordentlich überdenken.

    LG, Katarina 🙂

    • Oh, dabei sollte das doch eine positive Rezi sein 😉
      Aber das Buch ist schon anderes als Anständig Essen. Es ist zwar auch ein Selbstversuch und es geht um Bio und Co. aber Karen Duves Buch ist ja wie der Name schon sagt hauptsächlich auf die Ernährung ausgelegt, während Vanessa F. jeden Lebensbereich aufnimmt und die Ernährung nur am Rande behandelt.

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