[Rezenison/ Liebeserklärung] Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Autor: John Green
Hanser Verlag (2012)
Originaltitel: The Fault in our Stars
Seiten: 288
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 13 Jahre

Kurzbeschreibung vom Verlag:

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Rezension PiMi:

Ja, Krebsbücher sind doof, da muss man Hazel recht geben, weil Krebs doof ist, er verursacht Schmerzen, man erbricht nach dem Essen, man verliert seine Haare und in Gus Fall sogar das Bein und in den meisten Fällen weiß man, dass es nicht gut enden wird.

Wenn man zu „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ greift, dann sollte man wissen, dass es einem schlaflose Nächte bescheren wird, dass man heulen wird wie ein Schlosshund und dass man das Schicksal und die Sterne hassen wird, auch wenn Shakespeare Cassius behaupten ließ: „Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, / Durch eigene Schuld nur sind wir Schwächlinge…“ (Zitat S. 106)

Die 16 jährige Hazel leidet an Krebs – Schilddrüse mit umfänglichen Metastasen in der Lunge – Heilungschancen gleich Null. Sie trägt ständig eine Sauerstoffflasche mit sich herum, weil sie ohne diese nur ein paar Minuten Luft bekommt. Hazel weiß, dass sie stirbt, darum verkriecht sie sich in ihrem Zimmer und in ihren Büchern und TV Serien. Sie will einfach nicht noch mehr Menschen mit dem Schmerz belasten, den ihr Tod verursachen wird. Schlimm genug, dass sie ihren Eltern wehtut. „Es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.“ (Zitat Hazel S. 13)

Nur um ihre Eltern glücklich zu machen geht Hazel trotz großer Unlust zur Selbsthilfegruppe und lernt dort Augustus (kurz Gus) kennen. Augustus ist smart und witzig ein charmanter Bursche dem auf Grund eines Osteosarkoms ein Bein fehlt. Die beiden verlieben sich und sind trotz ihrer Krankheit fast wie ganz normale Teenager nur mit „Krebsbonus“. Hazel schwärmt von ihrem Lieblingsbuch „Ein herrschaftliches Leiden“ von Peter Van Houten. Das Buch handelt von der krebskranken Anne und sie findet in ihm Trost, trotz schlimmen Ausgangs. Augustus ermöglicht ihr den Autor in Amsterdam zu treffen. Sie reisen gemeinsam dorthin und werden dort ziemlich überrascht.

Augustus und Hazel sind sympathische und kluge Protagonisten, die sich Gedanken machen und Diskussionen führen, die zum Nachdenken anregen. Die beiden sind der Beweis dafür, dass das Leben schön ist, trotz allem. Das es Sinn macht zu lieben auch wenn man Narben hinterlässt.

Eigentlich könnte man sagen, dass Green mit einfachen Mitteln arbeitet und auf die Tränendrüse drückt. Man nehme 2 kranke Kinder die nichts weiter wollen als ein paar mehr gute Tage und die Sache ist geritzt. Aber so leicht verhält es sich mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ nicht. Green hat eine ganz einzigartige Art zu schreiben und aus wunderbaren Sätzen eine ehrliche und perfekte Geschichte zu machen die unter die Haut geht. Und es ist wirklich nicht so leicht zu beschreiben was dieses Buch so besonders macht. Es ist so als würde Green sich ganz schnell und ganz tief in dein Herz schreiben, dort bleibt er und lässt dich nie wieder los. Was soll ich anderes sagen, als dass das Buch Potential zum Lieblingsbuch hat und in diesem Jahr wohl das Beste war, was ich gelesen habe (ich werde das Buch sicher noch einmal lesen). Dank Green weiß ich, dass „Okay“ heutzutage ein Flirtwort ist und ich bin buchstäblich und offiziell total verliebt.

Ich schäme mich ein bisschen, dass ich noch nichts anderes von John Green gelesen habe, aber da ich über 15 bin ist das lt. Tobias Rüther, der das Vorwort schrieb auch gar nicht schlimm.

„ Es ist nicht schlimm, noch nie von John Green gehört zu haben, jedenfalls nicht wenn man älter als 15 ist.“

Trotzdem werde ich mir die anderen Romane von ihm schnellstmöglich zulegen und mein Versäumnis nachholen.

Fazit: Ein Buch, das mit Recht längst Kultstatus erreicht hat. Unverblümt, klug und eindringlich schreibt Green warum das Leben schön ist. Absolute Leseempfehlung oder besser gesagt: Lesen, sofort !!

Hier geht es zur Leseprobe: Klick

Lieblingszitate:

S. 162 „Es wäre mir eine Ehre, mir von dir das Herz brechen zu lassen.“

S. 197 „„Das ist nicht fair“, sagte ich. „Es ist so unglaublich unfair.“ „Die Welt“ sagte er, „ist keine Wunscherfüllmaschine““

S.198 „Mir gefällt diese Welt. Mir gefällt, wie die Schatten der Blätter umeinander tanzen, wenn der Wind weht. Mir gefällt, wie es klingt, wenn Holländer Holländisch mit mir reden, bevor sie merken, dass ich ein Tourist bin. Und du gefällst mir. Und jetzt…“

Und das Ende könnte ich hier komplett als Lieblingszitat niederschreiben, aber ich will ja nicht spoilern, dass müsst ihr schon selbst lesen 🙂

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7 Gedanken zu “[Rezenison/ Liebeserklärung] Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

  1. Ich trau mich einfach nicht, dieses Buch zu lesen. Ich habe Angst, von der Geschichte überwältig und zu lange emotional daran gebunden zu sein. Krebs ist ein Arschloch…Die Leseprobe habe ich mir aus der Buchhandlung mitgenommen. Aber selbst da geh ich ignorant dran vorbei. Mal sehen, ob ich irgendwann den Mut aufbringe…
    Die Rezension ist toll geschrieben und ich schau mich noch ein wenig weiter hier um. Da kann man mal sehen, wie klasse so eine Foto-Freitag-Aktion sein kann. Ich habe schon den ein oder andern interessanten Blog entdeckt…Toll, dass es so Interessen-Übergreifend ist…
    liebe Grüße
    Sandra

    • Sorry, dass ich erst so spät antworte, die letzte Woche war ziemlich stressig… Ich kann deine Ängste verstehen und es ist wirklich so, die Geschichte beschäftigt mich noch immer und ich denke sehr oft darüber nach, wenn man das also gerade nicht gebrauchen kann, dann sollte man das Buch vielleicht erst später lesen, aber lesen sollte man es 😉

  2. Hallihallo ich habe gerade durch Zufall deine Rezension gelesen, ich liebe dieses Buch einfach 🙂 ich hatte vorher auch noch nichts von John Green gehört oder gelesen. Aber dieses Buch bringt einen so nah an die Geschichte ran, dass man denkt man sei selbst mittendrin. Wahnsinnig faszinierend, wahnsinnig gefühlvoll, emotional.. ich glaube ich habe vorher noch nie ein Buch so verschlungen und gleichzeitig so viel geweint und mitgefühlt wie bei diesem.

    • Hallo Lena,
      hast du den Film schon gesehen? Ich noch nicht und ich habe auch ein bisschen Angst, dass ich mir damit die „Buchbilder“ kaputt mache.
      Lieben Gruß
      Miriam

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