[Rezension] Eine wie Alaska von John Green

Eine wie Alaska

Autor: John Green
Verlag: dtv (Juni 2009)
Seiten: 304 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 14 Jahre
Originaltitel: Looking for Alaska

Rezension PiMi:

Warum habe ich John Green erst jetzt entdeckt? Diese Frage habe ich mir bereits nach der Lektüre von Das Schicksal ist ein mieser Verräter gestellt und diese Frage habe ich mir noch viel lauter nach der Lektüre von Eine wie Alaska gestellt. Wer noch nichts von John Green gelesen hat, der sollte das bitte ganz schnell nachholen!

Ohne dass ich zu viel verraten will habe ich versucht meine Gedanken zum Buch in Worte zu fassen und ohne zu spoilern versuche ich Euch das Buch und diese wundervolle Geschichte näher zu bringen.

Eine wie Alaska ist ein Buch übers erwachsen werden, über Jugendliebe und Schwärmereien, über Verbote, die man als Jugendlicher gerne ignoriert und es ist ein Buch über das Leben, über loslassen und festhalten.
Eine wie Alaska ist aus der Sicht des 16 jährigen Miles geschrieben, der letzte Worte berühmter Persönlichkeiten sammelt. Das Buch beginnt mit dem Kapitel: Einhundertsechsunddreißig Tage vorher und es endet mit dem Kapitel: Einhundertsechsunddreißig Tage danach. Man begleitet Miles 272 Tage in denen so viel passiert.

Aber zurück zum Anfang: Miles hat die Schnauze voll immer nur der Außenseiter zu sein. Er will raus aus dem alten Trott, raus aus dem Leben in dem er eh kaum Freunde hat, geschweige denn eine Freundin. Er will ein „neues“ Leben beginnen, darum beschließt er Florida zu verlassen und auf ein Internat in Alabama zu gehen. Er will sich dort auf die Suche machen, nach dem großen Vielleicht. Seine Eltern sind nicht begeistert, lassen ihn aber ziehen.
Auf besagtem Internat lernt er zunächst Chip Martin kennen, mit dem er sich ein Zimmer teilt. Chip ist allerdings auch kein Junge der Miles in die Clique der beliebten Leute bringen könnte. Er lernt Sachen auswendig (Hauptstädte, Länder, etc.), er ist klein, nennt sich selbst den Colonel und verpasst Miles den ironischen Spitznamen Pummel, weil er so mager ist.
Chip stellt Miles aber zumindest einen „coolen“ Menschen vor, und das ist Alaska.

Der Name Alaska kommt vom aleutischen Wort Alyeska und bedeutet „Wo sich die See bricht“.
Alaska teilt Chips Leidenschaft für Schnaps und Unfug und schon ist Miles Hals über Kopf hineingestolpert in die „falschen Kreise“ vor denen ihn seine Mutter gewarnt hatte.
John Green schafft es die Figur Alaska, dieses 16 jährige Mädchen, so zu beschreiben, so lebendig zu machen, dass man sich als Leser einfach in sie verlieben muss. Alaska ist impulsiv, sie ist klug, sie ist schön und sie ist unberechenbar. Mit Alaska kann man die wildesten Partys feiern, die tollsten Streiche aushecken und die philosophischsten Diskussionen führen. Alaska liest viel und ständig, sie raucht viel und heimlich, sie versteckt Wodka und bringt jeden dazu zu tun worauf sie gerade Lust hat.
Alaska lebt, in ihren jungen Jahren, sehr extrem. Sie ist ein Wildfang aber neben all ihrer Lebenslust leidet sie unter einer Last die größer zu sein scheint als alles was ein Mensch ertragen kann.

Mir gingen die Gefühle die Miles für Alaska empfindet so zu Herzen, dass ich es kaum aushalten konnte als Green etwas sehr Schlimmes und etwas sehr Unfaires macht.
Man ahnt es als Leser, man sieht es kommen mit jeder verdammten Seite die man liest, jeden verdammten Tag in Miles Leben der vergeht, weiß man, dass etwas passiert und dafür möchte man Green hassen.
Ich wollte nicht weiterlesen. Ich habe ernsthaft überlegt nach dem Kapitel welches mit „Am letzten Tag“ beginnt das Buch in die Ecke zu schmeißen und es nie wieder auf zu klappen.
Aber natürlich macht man das nicht, natürlich liest man weiter, auch wenn man weiß, dass man das was dort steht nicht lesen will.

Die Kapitel die dann beginnen mit Sätzen wie „Einundzwanzig Tage danach…“ entschädigen zwar nicht für den Schmerz und das Gefühlschaos das Green angerichtet hat, aber sie erklären und sie helfen ein bisschen. So wie sie den Hauptfiguren im Roman helfen.
Das Leben, egal ob als Teenie oder als Erwachsener, ist wundervoll und das vermittelt mir John Green mit seinen Romanen.

Egal was passiert und egal wie schrecklich es ist, das Leben geht weiter und es ist schön!

Ich hatte beim Lesen, gar nicht mehr das Gefühl, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Es war viel mehr so, als wäre man mittendrin. Green zieht den Leser ins Buch, ins Internat. Er erschafft eine Atmosphäre, die einen wieder jung werden lässt. Plötzlich steht man unter einer Dusche ohne Wasserdruck und gräbt nach Wodkaflaschen am Waldrand. Plötzlich ist man wieder Teenie und dafür danke ich John Green. Er schreibt Geschichten, die so nah an der Realität sind, dass es einem fast Angst macht.
Dieses Buch ist ein ganz heißer Anwärter für eine Re-Read, denn schon beim durchblättern und nachlesen für diese Rezension konnte ich mich kaum wieder von den Seiten losreißen.

Fazit:
Ich kann Euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Auch wenn es schlimm ist und auch wenn es schmerzt. Auch wenn es sich anfühlt als wäre ein schwerer Stein in Eurer Brust. Lest dieses Buch!
John Green schafft es mit einem einzigen Buch nicht nur, dass man ihn hasst, sondern auch, dass man ihn liebt.
Für das was er schreibt und für die Gefühle die er weckt. Lest es, auch wenn ihr weit über dem Alter der Zielgruppe liegt. John Green sorgt dafür, dass ihr (wieder) zur Zielgurppe werdet.

Das Leben ist schön, trotz allem, es ist schön!

Lesen! Lesen! Lesen!

Lieblingszitate:

S. 47 „ Ich war nicht religiös, doch er machte uns klar, dass Religionen wichtig waren, ob wir nun daran glaubten oder nicht, so wie Geschichte wichtig war, ob man selbst dabei gewesen war oder nicht.“

S. 76 „Von der Zukunft zu träumen, ist auch eine Art Nostalgie. … Dein ganzes Leben steckst Du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.“
S. 79 „Manchmal verliert man eine Schlacht. Aber Frechheit gewinnt am Ende den Krieg.“

S. 122 „ …und sie war wunderschön, und ich war hoffnungslos langweilig, und sie war unendlich faszinierend…wenn Menschen Niederschlag wären, wäre ich Nieselregen und sie wäre ein Hurrikan.“

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5 Gedanken zu “[Rezension] Eine wie Alaska von John Green

  1. Mir hat „Eine wie Alaska“ leider nicht so gefallen. Nicht, weil es ein schlechtes Buch ist, sondern eher weil die Stimmung mich so gedrückt hat 😦 Trotzdem eine ganz tolle Rezension! 🙂

    LG
    Fynia von tintenseele.blogspot.de

  2. Du hast das Buch echt super gut beschrieben, ich hätte es nicht besser machen können.
    Ich bin so froh, das es jemanden gibt, dem es auch so geht, den es auch so unglaublich doll geschmerzt hat, das Buch zu lesen, und trotzdem liebst du es wahrscheinlich genau so wie ich.
    Du hast echt gut beschrieben, wie Alaska so ist, besser kann man sie nicht beschreiben, weil sie eben unbeschreiblich ist ❤
    Also, daumen hoch für die Rezension und für das Buch sowieso *-*
    Lg Maudi

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