[Rezension] Leichenblässe von Simon Beckett

Leichenblässe

Simon Beckett
Verlag: rororo (Juli 2010)
Seiten: 416 Seiten
Sprache: deutsch
Genre: Krimi

Kurzbeschreibung lt. Verlag:

Dr. Hunter ist zurück.

Bei seinem letzten Einsatz ist David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Nicht vollständig genesen, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Bis ein alter Freund den Forensiker um Hilfe bittet: In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde ein Toter gefunden. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Die Spuren sind widersprüchlich. Und David Hunter ist im Begriff, einen folgenschweren Fehler zu begehen.

Quelle: Rowohlt.de

Meine Meinung:

Der 3. Fall von David Hunter, seines Zeichens Forensiker, ist wieder einmal ein packender und nervenaufreibender Beckett-Krimi. Genau wie schon die letzten beiden Bücher hat mich auch Leichenblässe komplett überzeugen können.
Der Fall um den sich David Hunter dieses Mal kümmert, steht den anderen in nichts nach. Wieder wird eine Leiche gefunden, die bereits ziemlich verwest ist und das obwohl sie augenscheinlich noch nicht allzu lange tot ist. Wieder erhält der Leser detaillierte Einblicke in den Verwesungsprozess und was mit uns, bzw. unseren Körpern geschieht wenn wir tot sind.

S. 7 „Wenn der Körper stirbt, laufen die Enzyme, die das Leben unter Kontrolle gehalten hat, Amok. Sie zerstören die Zellwände und lassen deren wässrige Inhalte einweichen…“

Der Leser muss schon einiges ertragen können, den Leichen, die nach verdorbenem Käse stinken sind noch das geringere Übel mit dem Beckett seine Leser schockiert und gleichzeitig fasziniert.
Beckett schreibt, was ich besonders mitreißend und gruselig finde,  ganz viele Passagen aus der Sicht des Mörders. Seine erste harmlose und doch morbide Begegnung mit dem Tod, sein erster Mord, seine zugemüllte Wohnung und sein Wahn zu töten. Alles wird in einer Art Rückblende geschrieben in der der Mörder über sich selbst redet in dem er sich duzt. Beispiel:

S. 122 „ Es ist dein erstes Mal gewesen, und das erste Mal ist immer eine Katastrophe. Erst die Übung macht den Meister.“

Hierdurch wird noch deutlicher wie krank der Killer ist.
Der Mörder spielt mit den Ermittlern und dem Leser ein Katz- und Mausspiel der besonderen Art und führt uns ständig auf die falsche Fährte. Er ist bis zum Schluss absolut berechnend, klug und undurchschaubar. Obwohl der Leser den Mörder vom ersten Augenblick an zu kennen scheint, wissen wir doch erst am Ende wer er wirklich ist.

Leichenblässe war für mich ein absoluter Pageturner und mit jedem Satz konnte mich Beckett mehr überzeugen, mehr anwidern, besser überraschen und immer und immer wieder zum weiterlesen motivieren.
Ich mag die forensischen Einblicke die Beckett sehr detailliert niederschreibt und die Überraschungsmomente die auch zum 3. Mal äußerst gut gelungen sind.

Fazit:

Man muss weder Die Chemie des Todes noch Kalte Asche gelesen haben um den 3. Fall von David Hunter zur Hand zu nehmen. Doch wer Beckett da schon mochte, der wird auch den 3.Fall von Hunter mögen.
Leichenblässe ist etwas für alle die gute Krimis mit spektakulärem Showdown lesen möchten und die sich an den Einblicken in die forensischen Arbeiten erfreuen.

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