[Rezension] Eines Abends in Paris von Nicolas Barreau (Hörbuch)

Eines Abends in Paris

Autor: Nicolas Barreau
Sprecher: Andreas Fröhlich
Verlag: HörbucHHamburg HHV GmbH 2012
Dauer: 5 Stunden 58 Minuten
-gekürzte Fassung-

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Hörbuch: Eines Abends in Paris

„Immer wenn ich die Liebe suche gehe ins Cinéma Paradies“

Darum geht´s:

Alain Bonnard ist Besitzer des kleinen, nostalgischen und sehr niedlichen Cinéma Paradies in Paris. Jeden Mittwoch kommt Alains Traumfrau in das Kino. Sie kommt allein, trägt einen roten Mantel und setzt sich immer in die Reihe 17.
Mit Hilfe seines Freundes Robert (seines Zeichens Draufgänger und Frauenheld) nimmt der verträumte und etwas schüchterne Alain seinen Mut zusammen und bittet die junge Frau um ein Rendezvous. Die beiden verbringen einen wundervollen Abend miteinander, sie reden über Filme und das Leben und Alain schwebt auf Wolke 7 als er sich von Mélanie verabschiedet. Es scheint als hätte er Sie endlich gefunden, die Frau auf die er sein Leben lang gewartet hat.
Doch dann kommt alles anders als geplant. Sie verschwindet, einfach so ohne ein Wort und er hat weder ihre Nummer, noch ihren Nachnamen. Zeitgleich steht Alains Leben Kopf, als der berühmte Regisseur Alan Wood mit seiner Muse Solène Avril im Cinéma Paradies einen Film drehen will.

Meine Meinung:

Nicolas Barreau (oder wer auch immer dahinter steckt – ist mir aber ehrlich gesagt auch ziemlich egal), schafft es Paris vor meinem geistigen Auge zum Leben zu erwecken.
Man fühlt sich wohl in Alains kleinem Kino und die romantische Stimmung die schon das Cover ausstrahlt zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman.

„Wie habe ich diese holprigen Gassen vermisst, die wunderbaren alten Häuser, die Lichter, die sich in der Seine spiegeln. Den Geruch auf den Straßen wenn es geregnet hat. Den Duft der Kastanienbäume in den Tuilerien und all die kleinen Cafés, Bistros und bunten Geschäfte in Saint Germain.“

Die Figuren sind durch die Bank, wundervoll gezeichnet. Da ist zunächst die Hauptfigur Alain. Er ist ein Träumer durch und durch. Er ist in sich gekehrt, etwas naiv, charmant und sehr liebenswert. Ein Charakter den man als Leser sofort in sein Herz schließt, weil er einfach eine gute Seele ist. Und dann ist da sein Freund Robert. Er ist, im Gegensatz zu Alain, weniger verträumt, sondern eher der bodenständig, ja geradezu ruppige Typ. Robert ist der Macher, ein Draufgänger und Frauenheld. Aber er ist gerade mit seiner direkten Art sehr witzig und zaubert dem Leser des Öfteren ein Lächeln ins Gesicht.
Auch der Glamourfaktor in diesem Buch kommt nicht zu kurz. Durch Alan Wood, der mit seiner Hornbrille stark an einen Regisseur mit ganz ähnlichem Namen erinnert und die attraktive Schauspielerin Soléne Avril, die sich von dem zurückhaltenden Alain sofort angezogen fühlt, kommt ein bisschen Hollywoodflair in die verträumten Straßen von Paris.

Wenn man meckern möchte, dann weil sich der Autor hier ein wenig selbst kopiert, denn die Story hat viel Ähnlichkeit mit „Die Frau meines Lebens“ und ich habe stellenweise gedacht: „Moment, dass hast du jetzt aber genauso schon mal gehört.“

Trotzdem haben mich diese, doch sehr eindeutigen Parallelen nicht wirklich gestört und die Geschichte um Alain und Mélanie war dadurch nicht weniger toll. Ich wurde verzaubert von Sätzen wie diesem:

„Wo wären wir denn, in diesem seelenlosen Universum, wenn es nicht ein paar Menschen gebe, die die Erinnerung bewahren und die Sehnsucht nach den Gefühlen von einst im Herzen tragen.“

Der Sprecher Andreas Fröhlich passt wunderbar zum Alain, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird.

Fazit:

Eine herrliche Herbst/ Winterlektüre, die man erst wieder aus der Hand legt, wenn sie erzählt ist. Perfekt um sich an kalten Tagen ins liebliche Paris zu träumen. In seine Cafés und seine Gassen. Wer Barreaus Romane bis jetzt mochte, der wird auch diesen lieben. Eine niedliche kleine Liebesgeschichte.

8 Gedanken zu “[Rezension] Eines Abends in Paris von Nicolas Barreau (Hörbuch)

  1. Tja, ich bin ja zerrissen, was Barreau (oder wer auch immer das wirklich schrieb) angeht. ‚Das Lächeln der Frauen‘ fand ich wunderbar, ‚Die Frau meines Lebens‘ gar nicht, und eigentlich wollte ich nix mehr von ihm (ihr?) lesen.
    Deine Rezi allerdings macht mir in diesem ganzen Dunkelheit-Schneematch-Mix allerdings doch Lust, es vielleicht mit ‚Eines Abends in Paris‘ doch noch zu versuchen. Vielleicht bin ich zu streng gewesen. Vielleicht muss man einfach manchmal einfach nicht groß nachdenken sondern schwelgen. Mal sehen.

    • Huhu, dein Kommentar ist leider in meinem Spamordner gelandet… Hab ihn aber zum Glück gerade entdeckt und rausgefischt. Mir hat „Die Frau meines Lebens“ auch nicht so gut gefallen, wie „Das Lächeln der Frauen“, aber auch nicht ganz so schlecht wie dir 🙂 Ich mag den Schreibstil einfach total gerne und wie du schon sagst, es ist keine „große Literatur“ sondern einfach ein nettes kleines Geschichtlein zum „schwelgen“.
      Lieben Gruß
      Miri

  2. Von Nicolas Barreau habe ich schon einiges gehört, aber nichts gelesen. Dieser Roman hört sich, wie schon sein Vorgänger, wieder so schön verträumt und romantisch an – und Paris als Schauplatz ist unschlagbar.
    Du sprichst in Deiner Rezi ein paar Parallelen zwischen „Die Frau meines Lebens“ und „Eines Abends in Paris“ an, daher werde ich wohl nicht beide lesen wollen. Welchen der Romane würdest Du mir zum Einstieg empfehlen?

    LG, Katarina 🙂

    • Ich fand „Eines Abends in Paris“ ein bisschen besser als „Die Frau meines Lebens“. Wenn du erstmal nur eins der beiden lesen möchtest, dann „Eines Abends in Paris“.
      Viel Spaß damit, bin gespannt wie Es dir gefällt.

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