[Rezension] Der Mann, der den Regen träumt von Ali Shaw

Titel: Der Mann, der den Regen träumt
Autor: Ali Shaw
Verlag: Script 5 (Jan. 2013)
Seiten:332
Genre: Gegenwartsliteratur/ Fantasy
Sprache: deutsch
Reihe: –

 

Darum geht´s:
Nach dem Tod ihres Vaters, verlässt Elsa ihr altes Leben in New York. Sie hat ihren Job bei einem Wochenendmagazin satt und auch ihren Freund Peter, der niemals ihr Ehemann werden soll. In dem kleinen Örtchen Thunderstown wagt sie einen Neuanfang um endlich glücklich zu werden. Bei einem Spaziergang in den Bergen, trifft sie Finn, der dort zurückgezogen und fern ab der Zivilisation lebt. Vor ihren Augen verwandelt er sich in eine Wolke. Elsa spürt, trotz dieser merkwürdigen Umstände, eine Verbindung zu ihm. Doch in Thunderstown sind nicht alle Bewohner mit dieser Beziehung einverstanden.

Meine Meinung:
Genau wie schon „Das Mädchen mit den gläsernen Füßen“, muss ich dem Verlag auch für die Gestaltung dieses Buches ein großes Lob aussprechen. Das Cover ist einfach wunderschön. Es verleiht der Atmosphäre, die im Buch herrscht das perfekte Gesicht. Die gebundene Ausgabe kommt mit einem Lesebändchen daher, was ich sehr zu schätzen weiß und auch die Blumen vom Schutzumschlag, finden sich im Buch, vor jedem neuen Kapitel wieder.
Für die Übersetzung des Titels, muss ich dann aber wieder einen Punkt abziehen, denn Finn träumt den Regen nicht. Er besteht aus Regen. Hier wäre eine 1 zu 1 Übersetzung des Originaltitels „The Man who rained“ die deutlich bessere Wahl gewesen.
„Der Mann, der den Regen träumt“ ist ein eigenständiger Roman und weder die Handlung, noch die Personen haben Verbindung zu Shaws Erstling, denn ich sehr sehr gerne mochte.

Auf Shaws Bücher muss man sich einlassen, das war mir schon vor dem lesen klar, aber dass sich ein Mann in Regen verwandelt, fand ich zu Beginn sehr befremdlich. Trotzdem schafft Shaw es, die Spannung rund um Finn hoch zu halten und seine Story auch lückenlos aufzuklären. Warum er so ist, wie er ist und warum er zurückgezogen in den Bergen lebt. Da konnte mich der Autor abholen. Ich habe ihm diese fantastische Komponente geglaubt. Die „Jungfrau-Maria Geschichte“ über Finns Mutter Betty ist zwar trotzdem etwas gewönungsbedürftig, aber dennoch gut erzählt. Und dadurch, dass alles im Buch in einer real wirkenden Welt stattfindet, wirkt auch Finn auf mich ziemlich real.

Zu der Protagonistin Elsa, habe ich leider gar keinen Zugang gefunden. Für mich ging einfach alles zu schnell. Elsa und Finn treffen sich und es ist Liebe auf den ersten Blick. Das kann ja passieren, aber ich fand es nicht glaubhaft genug erzählt. Vor allem, weil Elsa nicht der Typ für eben diese Art von Liebe ist. Für mich hat sich die Beziehung der beiden eher so dargestellt, als wollten sie einfach nicht mehr alleine sein.

Die anderen Charaktere wirken im Vergleich zu Elsa geradezu, wie Hauptfiguren. Da hätten wir z.B. Kenneth, Elsas Vermieter, der ihr ein richtiger Freund wird oder auch Daniel Fossiter, Finns Stiefvater, der zwar auf der einen Seite sehr grob ist, aber auf der anderen Seite das Herz am rechten Fleck hat.

Schade finde ich außerdem, dass nicht alles was angesprochen wurde auch aufgeklärt wird. Das sind Dinge, wie z.B. der Zahn, den Elsa ganz zu Beginn findet, die gefährlichen, wilden Hunde mit Augen, die die Farbe wechseln und die getötet werden müssen. Da ist die Story von Kenneths Sohn Michael, der spurlos verschwand oder auch die Geschichten die Elsas Vater erzählte. Sehr viele Lücken, die zwar Platz für die eigene Fantasy lassen, die mich aber sehr gestört haben.

Die Stimmung im Buch ist poetisch, düster und passend zum Titel regnerisch. Das schafft Shaw mit Worten und Sätzen, wie diesem:

„Und ich frage mich, ob es das ist, was wir in Wirklichkeit sind: Ein Filter für das Gute und das Schlechte, immer bemüht, beides zu unterscheiden, was wir für uns behalten und was wir weitergeben sollten.“

Für mich ist es keine Frage, ob Shaw schreiben kann oder nicht. Denn das hat er einfach drauf. Allerdings ist es ihm bis zum Schluss nicht gelungen, mich an Elsas und Finns Liebe glauben zu lassen.

Fazit:
Trotz der wundervoll gewählten Worte, hat Shaw es mit diesem Buch nicht geschafft mich zu verzaubern. Schön geschrieben, macht eben noch lange keine gute Story und so bleibt der „Der Mann der den Regen träumte“ für mich auch leider nur ein mittelmäßiges Buch.

3sterne

Vielen Dank an Vorablesen und script 5 für die Bereitstellung des Buches !

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6 Gedanken zu “[Rezension] Der Mann, der den Regen träumt von Ali Shaw

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