|Rezension| Das glücklichste Baby der Welt

babyTitel: Das glücklichste Baby der Welt – so beruhigt sich ihr schreiendes Kind – so schläft es besser
Autor: Harvey Karp
Originaltitel: The Happiest Baby on the Block: The New Way to Calm Crying and Help Your Newborn Baby Sleep Longer
Genre: Ratgeber, Baby
Verlag: Goldmann (Juni 2003)
Seiten:382

Darum geht´s:
Dr. Harvey Karp behauptet: Schreibabys gibt es nicht! Wir (also unserer Gesellschaft) fehlen lediglich die richtigen „Tricks“ um Babys zu beruhigen. Mit seiner „5-Schritte“-Methode verknüpft er traditionelles Wissen mit dem Gefühl des Babys im Mutterleib und jedes Baby, vorausgesetzt, dass das Schreien keine medizinischen Ursachen hat, wird ausgeglichen sein und durchschlafen.

Meine Meinung:

Zwar war unser 2. Baby weit davon entfernt wirklich als Schreibaby betitelt zu werden, aber im Vergleich zu unserem ersten Kind war es sehr anspruchsvoll. Er war nachts alle 2 Stunden wach und hat viel geweint. Tagsüber war er ebenfalls, wenn er nicht geschlafen hat, nur unzufrieden und in den Abendstunden erreichten die „Schreiattacken“ ihren Höhepunkt. Nicht selten haben mein Mann und ich, in den ersten Wochen von Antons jungen Leben, bis zu 2 Stunden abends auf dem Peziball gesessen, weil er nur dann ruhig war.
Also, was tun um das Baby glücklich zu machen? Klar, das Büchermädchen in mir greift natürlich zum Buch 🙂 Dr. Harvey Karps 5-Schritte Methode klingt vielversprechend, wenn nicht sogar ein bisschen unrealistisch. Aber was soll es. Lesen schadet ja nicht.
Und tatsächlich, die 5-S (strammes einpucken, Seiten- bzw. Bauchlage, saugen, sanftes schaukeln, Shhhh-laute) wirken. Zumindest bei unserem Baby. Es beruhigt sich schneller und schläft eingepuckt länger, weil er sich sonst immer wachgestrampelt hat.

Doch sind diese 5 Schritte, die Dr. Harvey Karp beschreibt neu? Nein, ganz sicher nicht. Aber das behauptet Dr. Harvey Karp auch nicht. Er har lediglich „altes Wissen“ wieder hervorgeholt um dem entgegen zu wirken, was Eltern in unserer Gesellschaft oft fehlt, bzw. was viele Mütter und Väter oft hindert intuitiv zu handeln. Die Generation unserer Eltern und Großeltern sagt uns oft: „Nimm, das Kind nicht bei jedem weinen auf dem Arm, sonst verwöhnst du es.“ „Wenn du es den ganzen Tag trägst, verwöhnst du es.“ „Babys müssen auch mal schreien, das stärkt die Lunge.“

Wir müssen uns einfach davon frei machen und wieder so handeln, wie wir von „Natur aus“ auch handeln würden. Wenn das Baby weint, dann will es getröstet werden und wenn es Nähe sucht, dann bekommt es Nähe. Wir müssen aufhören zu denken, wir könnten unsere Babys zu sehr verwöhnen.  Und damit gibt Dr. Harvey Kerp dem Leser eine der wichtigsten Botschaften mit auf den Weg, wie ich finde. Während der Schwangerschaft, war dein Kind geborgen, es kannte Mamas Herzschlag und das leise Rauschen und Pulsieren des Blutes im Körper, es war warm, es wurde geschaukelt, es war sicher. Dann wird es geboren und diese Geborgenheit soll man dem Baby plötzlich nehmen. Es soll alleine in einer Wiege schlafen? Ohne sanftes schaukeln, mit viel Platz nach allen Seiten und bei absoluter Stille?

Bei einigen Babys klappt das vielleicht. Bei anderen nicht. Diese Babys benötigen etwas Hilfe in Form von Nähe und dafür eignet sich die 5 Schritte Methode sehr gut.
Leider, bin ich trotzdem zwiegespalten was die Weiterempfehlung des Buches betrifft. Es ist alles gut und alles total wichtig, was Dr. Harvey Karp schreibt, aber bis auf die Botschaft mit dem Verwöhnen und den 5-S, fand ich den restlichen Inhalt (immerhin 382 Seiten), dann eher dünn. Dr. Harvey Karp beschreibt, wie man in anderen Kulturen mit Babys umgeht und warum die 5 Schritte nur zusammen funktionieren.
Zudem kommt es immer wieder zu Wiederholungen, so dass ich oft dachte: „Ja, ich habe es bereits beim ersten Mal verstanden und beim 2. Mal und beim 3. Mal sowieso, ein 4. Mal muss ich es nicht lesen.“

Fazit:

Das Buch hat uns wirklich geholfen und doch ist es das, was bereits meine Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs gesagt hat. „Das Baby braucht Nähe und ihr könnt es nicht verwöhnen, zumindest nicht in den ersten Monaten ;-)“. Klar weint auch unser Baby noch, aber viel weniger und er schläft besser und er lässt sich dank der 5 Schritte Methode leichter beruhigen. Ob die Methode auch bei „echten“ Schreikindern funktioniert kann ich nicht sagen. Das Buch liefert aber auf jeden Fall ein paar sehr gute, wertvolle und nützliche Tipps für verzweifelte Eltern. Allerdings hätte man diese auch in einem kleinen Ratgeber mit ca. 10 Seiten zusammenfassen können, ohne dass man 380 Seiten mit leeren Worten und Wiederholungen füllen muss.

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