|Rezension| Revival von Stephen King

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Autor: Stephen King // Verlag: Heyne (2015) // Seiten: 511 // Genre: Horror // Reihe: –

Inhalt:

Der kleine Jamie spielt vor dem Haus mit seinen Plastiksoldaten, da schiebt sich ein dunkler Schatten über ihn, ein Schatten, den er sein Leben lang nicht loswerden wird. Er blickt auf und sieht Charles Jacobs über sich, den jungen Methodistenprediger, der in der neuenglischen Gemeinde gerade sein Amt antritt. Im Nu gewinnt der charismatische Jacobs die Herzen der gottesfürchtigen Einwohner. Den Kindern haben es vor allem die elektrischen Spielereien angetan, mit denen er Bibelgeschichten veranschaulicht. Das alles endet, als ihn ein entsetzlicher Unfall vom Glauben abfallen lässt und er eine letzte Predigt hält, die in einer rasenden Gottverfluchung gipfelt. Von der Gemeinde verstoßen, tingelt er fortan über die Jahrmärkte, wo er elektrische Experimente vorführt, die zunehmend spektakulärer werden. Und immer schrecklichere Folgen nach sich ziehen. Über die Jahre trifft Jamie, inzwischen drogenabhängiger Musiker, wiederholt auf Jacobs, der ihn jedes Mal tiefer in seine dämonische Welt zieht. Als Jamie sich dessen klar wird, gibt es kein Zurück mehr. Das finale Experiment steht bevor.

Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

Mit seinem aktuellen Roman kehrt Stephen King zum Horror zurück, doch lange Zeit sieht es für den Leser so aus, als wäre dies eine Falschaussage. Ist es nicht, der Leser muss sich nur ziemlich lange in Geduld üben, denn der Horror kommt tatsächlich erst ganz am Ende des Buches. Wer also einen Horror Roman alla ES oder Shining erwartet der ist hier falsch. Es ist eher ein leiser Horror den King auf gut 500 Seiten niederschreibt. Und der eigentliche Horror beginnt erst gut 50 Seiten vor dem Ende. Dazwischen gibt es immer nur ein paar Andeutungen und böse Träume.

Mich hat das Buch trotzdem gefesselt und fasziniert, da ich Kings Art zu schreiben einfach total gerne mag. Man nimmt das Buch zur Hand und man wird direkt ins Amerika der 60er Jahre gebeamt. Ich weiß gar nicht wie ich es am Besten beschreiben soll, aber ich finde King Romane haben einen ganz eigenen Charme und man hat immer das gleiche Gefühl wenn man seine Bücher liest. Ein bisschen wie „ach das kenne ich, das ist typisch King“.

Daheim ist dort, wo jemand will, dass du länger bleibst. S. 374

Auch in diesem Buch holt Stephen King wieder sehr weit aus, so wie er es immer tut. Er zeichnet seine Figuren, seine Orte seine Handlungen bis ins kleinste Detail. Das mag ich sehr, da ich mich so sehr gut in die Protagonisten (in diesem Fall) Jamie Morten, hineinversetzen kann. Jamie tritt als Ich-Erzähler auf und er beginnt seine Geschichte an dem Tag, an dem er Charles Jacob kennenlernt. Jamie ist zu diesem Zeitpunkt noch ein kleiner Junge. Er bezeichnet Charles Jacob als „seinen fünften im Spiel“. Ein Joker, der in unserem Leben weder in die Kategorie Haupt- noch in die der Nebendarsteller passt und trotzdem eine wichtige Rolle in unserem Leben spielt. Revival ist, wenn man so will die Lebensgeschichte von Jamie Morton, der als 6 jähriger Knirps Charles Jacob kennenlernt, Jamie der später Musiker und Drogenabhängig wird und der schließlich von dieser Abhängigkeit geheilt wird.

Das Leben ist ein Rad, und es dreht sich immer wieder dahin, wo es angefangen hat. S. 383

Wir lernen Charles Jacob im Oktober 1962, als einen netten Kerl kennen. Er ist der neue, junge Priester in Jamies Gemeinde in Harlow. Und er hat einen Faible für Elektrizität, der vor allem den Kindern gefällt. Doch der neue Priester bleibt nicht lange in Jamies Leben, denn nach einem schrecklichen Unfall, der ihm seine Frau und seinen Sohn nimmt, verliert er den Glauben an Gott. Nach der Predigt, die alle nur „die furchtbare Predigt“ nennen, wird er suspendiert und verlässt Harlow. Jamie verliert erst einmal den Kontakt zu ihm doch ihre Wege kreuzen sich 1992 wieder als Jamie 36 Jahre alt ist. Charles tingelt mittlerweile über die Jahrmärkte und führt Experimente mit Elektrizität durch, die für die Versuchspersonen nicht ohne Folgen bleiben. Er hilft Jamie von den Drogen los zu kommen. Doch während dieser wundersamen Heilung scheint irgendetwas passiert zu sein. Jamie bekommt Albträume und irgendwie scheint er nun in Charles Schuld zu stehen. Charles (der übrigens auch in dem Freizeitpark „Joyland“ gearbeitet hat) wird immer verrückter und er scheint von einer Idee besessen, die dann doch noch einen Horrorfaktor in die sonst eher nüchterne Story bringt.

Mir hat Revival gut gefallen, weil ich im Vorfeld schon gehört habe, dass der Horror etwas kurz kommt. Darauf war ich eingestellt und darum war ich auch nicht enttäuscht. Revival ist gut geschrieben und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist kein klassischer Pageturner und die Geschichte fließt eher langsam dahin, trotzdem  fand ich es spannend. Ich wollte wissen was der Priester plant. Welches Geheimnis hinter der Besessenheit steckt und welche Rolle Jamie hierbei spielt.

Fazit:

Revival ist kein Meisterwerk, denn King hat schon spannendere Bücher geschrieben. Trotzdem war Revival keine Enttäuschung für mich. Ich mochte es! Ich liebe Kings Detailverliebtheit und seine Art den Leser zu entführen. Weil der Horror nur einen kleinen Teil einnimmt, hat das Buch mehr von Kings neueren Werken als von seinen Alten. Wer also Joyland, Die Arena und Der Anschlag mochte, der wird auch mit Revival ein paar schöne Lesestunden verbringen.

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2 Gedanken zu “|Rezension| Revival von Stephen King

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