|Rezension| Der kleine Drache Kokosnuss – Hörspiel zum Film

653_2784_155958_xxl
Feuerfeste Freunde – Der kleine Drache Kokosnuss – Hörspiel zum Film
Autor: Ingo Siegner
Verlag: cbj Audio (Dezember 2014)
Dauer: 1 Stunde 20 Minuten
vom Verlag empfohlenes Alter: 5 Jahre

Wie ich >hier< schon einmal schrieb, ist der kleine Drache Kokosnuss nicht mehr aus unserem Bücherregal weg zu denken. Den Film haben wir noch nicht gesehen und da kam mir das Hörspiel für die Autofahrt in unseren Osterurlaub ganz gelegen. Das vom Verlag empfohlene Alter ist 5 Jahre. Unser Sohn ist gerade 4 geworden, aber auch er hat schon Spaß an den Abenteuern mit dem kleinen Drachen. Das Hörspiel hat eine Dauer von 1 Stunde und 20 Minute was ich auch für einen 4 jährigen ganz Ok finde (zumindest wenn man, wie z.B. beim autofahren, sowieso still sitzen muss).

Worum geht´s:
In Dorf des kleinen Drachen Kokosnuss ist das wertvolle Feuergras gestohlen worden. Dieses Gras benötigen die Feuerdrachen um Feuer zu spuken, ohne das Feuergras sind die Drachen aufgeschmissen. Kokosnuss sieht nun endlich eine Chance um seiner Familie zu beweisen, dass er zuverlässig ist und kein „kleiner“ Drache mehr. Und so stürzt sich Kokosnuss Hals über Kopf ins Abenteuer. Ob das gut geht? Wo er doch noch nicht einmal richtig fliegen kann. Zum Glück sind seine besten Freunde, der vegetarische Fressdrache Oskar und das Stachelschwein Matilda an seiner Seite. Auf ihrer Reise lernen die drei viele neue Freunde kennen und beweisen sehr viel Mut.

Das Hörspiel:
Viele namenhafte, deutsche Stimmen sind mit von der Partie. So wird Kokosnuss von Max von der Groeben gesprochen, den man unter anderem aus Fack ju Göhte kennt, Mathilda von der Komikerin Carolin Kebekus und Oskar vom Schauspieler Dustin Semmelrogge.
Untermalt werden die Szenen mit vielen „echten“ Geräuschen, die das Hörvergnügen für die Kids extrem steigern.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war der schnelle Wechsel zwischen den Szenen. Man hat kaum Zeit ein Abenteuer zu verarbeiten, da purzeln die Freunde schon ins nächste. Das war für mich schon anstrengend und für Kinder ist es erst recht schwer zu folgen, gerade bei einem Hörspiel. Hier fehlt mir eindeutig etwas mehr Zeit zwischen den Szenen. Das liegt einfach daran, dass die Story für ein Hörspiel einfach sehr rasant ist. Beim Film, dem man sowohl auditiv als auch visuell folgt, ist es sicher einfacher als wenn man dem Geschehen „nur“ akustisch folgen kann.

Meinem Sohn hat dieser schnelle Wechsel allerdings nichts ausgemacht, er hat seinen Spaß mit Kokosnuss und seinen Freunden.

Fazit:
Ein Muss für Kokosnussfans. Auch wenn der aktionreichen Handlung ein paar ruhigere Szenen gut getan hätten.

[Rezension] Die erste Liebe nach 19 vergeblichen Versuchen

Die erste Liebe nach 19 vergeblichen Versuchen

Autor: John Green
Verlag: Hanser 30.07.2008
Seiten: 320 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Vom Verlag empfohlenes Alter: 13-16 Jahre
Originaltitel:  An Abundance of Katherines

Kaufen: z.B. Hier – für 8,95 €

Meine Meinung:

Dieser Green kommt nicht wie „Eine wie Alaska“ oder „ Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ mit einer großen Portion Drama daher. Er ist, wie seine Hauptfigur Colin, eher nüchtern und sachlich. Hier zählen Zahlen Daten Fakten. Ich als emotionaler Leser kann mit Zahlen-Daten-Fakten nicht immer etwas anfangen und ich muss sagen, dass ich nicht wirklich mit der Story warm geworden bin. Die unzähligen mathematischen Formeln, die dauernd ins Geschehen geworfen werden, waren daran nicht ganz unschuldig. Um welche Art von Formel es sich hier genau handelt, nach der Colin sucht, hat mein Mathehirn einfach mal getrost ausgeblendet. Colin will eine Beziehung anhand eines Theorem skizzieren und vorhersagen (Verlauf und Dauer), so in etwa. Ich habe die vielen kleinen Zeichnungen im Buch irgendwann einfach nicht mehr beachtet.
Dabei ist Colin gar nicht so unsympathisch. Ein hochbegabter Nerd und etwas sonderbar, aber irgendwie süß. Schon allein, weil er Sätze sagt, wie diesen:

S. 154 „ Ich bin mit dem lesen in Rückstand“

Ich mochte ihn, der von ziemlich vielen Frauen verlassen wurde, vom ersten Moment. Aber definieren wir „ziemlich viele Frauen“ einmal etwas genauer, dann wurde Colin von insgesamt 19 Frauen verlassen und alle hießen sie Katherine. Und genau da liegt das Problem.  Wie kann ein Junge wie Colin bereits 19 Beziehungen hinter sich haben? Auch wenn man die Sandkastenliebe mit einbezieht wird es schwer mit 17 Jahren bereits auf diese Zahl zu kommen, vor allem wenn man wie Colin, nicht gerade der heißbegehrteste Typ der Schule ist. Und dann heißen alle auch noch Katherine? Ich weiß, dass dieses Buch nur so Sinn macht, mit den Formeln und Berechnungen, aber gestört hat es mich trotzdem und die Story hat dadurch einen enormen Teil seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt.

Trotzdem ist das Buch nicht schlecht, denn es lebt von seinen starken Figuren. Stark im Sinne von ultra realistisch beschrieben.  Man hat als Leser das Gefühl, man würde Colin schon eine Ewigkeit kennen. Und auch sein Weggefährte Hassan, mit dem Colin sich auf einen Roadtrip begibt ist mir wie ein Freund vorgekommen. Hassan hilft Colin mit seinen „interessant-Urteilen“ herauszufiltern, was die Leute hören wollen und welche Infos zwar durchaus wichtig und richtig sind, aber eben in einer Unterhaltung schnell langweilig und uninteressant werden. Hassan ist im Gegensatz zu Colin kein Wunderkind, er versteht von Anagrammen eben so wenig wie Colin von normalen Unterhaltungen und er weiß nicht so recht was er mit seinem Leben anfangen soll. Trotzdem oder gerade deswegen sind die beiden ein wirklich unterhaltsames Gespann und es macht Spaß ihren Gesprächen zu lauschen.

Auf ihrem Roadtrip treffen die beiden Lindsey. Lindsey ist keine Katherine und darum auch nicht Colins Typ, so einfach ist die Welt für ihn. Außerdem ist Lindsey schon mit einem Colin zusammen. Es entwickelt sich eine ungleiche, witzige und zugleich schöne Freundschaft.

Eins beweist John Green auch mit diesem Buch wieder, nämlich dass er kluge und geistreiche Jugendbücher schreiben kann, die man als Leser nicht mehr aus der Hand legt bis man sie beendet hat.

S. 149 „Man kann jemanden noch so lieben, dachte er. Doch man liebt nie so stark wie man ihn später vermisst.“

Fazit:

Sicherlich ein Genuss für Menschen mit einer starken Mathematikaffinität. Ein nettes Jugendbuch allerdings, für mich leider nicht das was ich erwartet hatte. Wer nicht zu viele Emotionen erwartet, der wird diesen Green mögen.

[Rezension] ES von Stephen King

ES

Stephen King
Verlag: Heyne (3/2011 deutsche Erstausgabe: 1986)
Seiten: 1.534 Seiten
Sprache: deutsch
Genre: Horror
Originaltitel: It


Kurzbeschreibung vom Verlag:

Das Böse in Gestalt eines namenlosen Grauens

In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

Stephen Kings Meisterwerk über die Mysterien der Kindheit und den Horror des Erwachsenseins.

»Ein Meilenstein der amerikanischen Literatur.« Chicago Sun-Times

Meine Meinung:

An mein allererstes „Erwachsenen-Buch“ kann ich mich noch gut erinnern. Es war Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King. Ich habe dieses Buch als ich 15 Jahre alt war, überall mit hin geschleppt und in jeder freien Minute gelesen. Darauf folgten weitere King Bücher, wie das Mädchen, Der Sturm des Jahrhunderts und Cujo. Irgendwann habe ich das Genre gewechselt, andere Bücher gelesen und den Meister des Horrors, der mich mit seinen Bücher so faszinierte, nur noch aus der Ferne beobachtet.

Den ersten Anlauf ES zu lesen habe ich im letzten Sommer gestartet, doch irgendwie war die Zeit noch nicht reif. Ich kam nicht rein, ich hatte tausend andere Bücher im Kopf, die ich lieber lesen wollte und die Seitenanzahl hat mich total abgeschreckt. Im Ende lag ES dann wieder in der Ecke. Ein ganzes Jahr musste noch vergehen, bis ich es wieder in die Hand nahm und siehe da, die Zeit war gekommen. Innerhalb von ein paar Tagen hatte ich das Buch verschlungen und es war wie damals bei Friedhof der Kuscheltiere. Die Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Ja, manchmal ist einfach nicht die richtige Zeit für ein geniales Buch, dann kann man nur eins machen, warten. Das hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt und das King – Fieber von einst hat mich erneut so richtig gepackt. Niemals wieder werde ich ruhig über einem Kanaldeckel stehen bleiben können ohne, dass ich Angst haben werde, dass ein hässlicher Clown namens Pennywise aus eben diesem springt um mich mit seinen dämlichen Luftballons in die Tiefe zu locken.

Erster Satz: „Der Schrecken, der weitere achtundzwanzig Jahre kein Ende nehmen sollte – wenn er überhaupt je ein Ende nahm -, begann, soviel ich weiß und sagen kann, mit einem Boot aus Zeitungspapier, das einen vom Regen überfluteten Rinnstein entlangtrieb.“

Derry, Maine dort schlummert das Böse, in den Abwasserkanälen lebt ES und alle 28 Jahre kommt ES um zu töten. In Gestalt eines Clowns oder eines anderen angsteinflößenden Wesens treibt es sein Unwesen und niemand kann es aufhalten. 1958 allerdings stellen sich sieben Kinder gegen das Böse setzen sich zur Wehr gegen Pennywise den Clown, der mit seinen Luftballons lockt und dem Satz „Wir können hier alle fliegen!“. Ausgerechnet die sieben Kinder, die dem Klub der Verlierer angehören, weil sie anders sind, als die anderen Kinder in Derry. Der Klub besteht aus Bill Denbrough (stottert), Mike Hanlon (schwarz), Ben Hanscom (übergewichtig) , Eddie Kaspbrak (klein und kränklich) , Beverly Marsh (vom Vater misshandelt), Richie Tozier (Brillenträger) und Stan Uris (Jude) und diese Kinder konnten ES damals stoppen. Doch töten konnten sie es nicht.

28 Jahre später ist ES wieder da und der Klub der Verlierer muss ein altes Versprechen einhalten und dem Bösen ein zweites Mal gegenübertreten. Doch in 28 Jahren ist viel passiert. Die Verliererkinder von einst sind erfolgreiche Erwachsene geworden, haben Derry verlassen und die schrecklichen Dinge ihrere Kindheit komplett vergessen. Bis auf einen, Mike Hanlon er ist in Derry geblieben und er ist derjenige, der alle wieder zusammenbringt als das Morden wieder beginnt. Können sie Es dieses Mal besiegen? Und zu welchem Preis?

King erschafft mit seinem Roman eine unglaublich realitätsnahe Welt und Personen die man am Ende des Buches bis ins kleinste Detail zu kennen scheint. Das Böse, hier durch Pennywise verkörpert, ist für mich so beängstigend, so echt und so nah wie es kein anderes Buch oder Film für mich bis jetzt schaffen konnte. Aber in ES geht es nicht nur um Angst die in jedem von uns schlummert und Mut der selbst in dem kleinsten „Verlierer“ stecken kann, sondern auch um Freundschaft und Verbundenheit um Kindheit und ums Erwachsenwerden. King schreibt seinen Roman in einer unglaublich offenen und direkten, ja geradezu derben Sprache. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und das gefällt mir.

Alle die auf Horrorbücher stehen kommen an diesem, meiner Meinung nach zu Recht als Meisterwerk betitelten, King Roman nicht vorbei.

Ich weiß ganz sicher, dass ich noch einmal nach Derry gehen werde, denn dieses Buch hat Potential zum blutigen Lieblingsroman.

Fazit:

ES ist ein Klassiker, der seinen Namen verdient. Trotz seiner Länge ist der Roman kurzweilig und immer spannend. Er vereint alles was man sich von einem Buch dieses Genres nur wünschen kann und er ist es Wert gelesen zu werden.

[Rezension] Eine wie Alaska von John Green

Eine wie Alaska

Autor: John Green
Verlag: dtv (Juni 2009)
Seiten: 304 Seiten
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 14 Jahre
Originaltitel: Looking for Alaska

Rezension PiMi:

Warum habe ich John Green erst jetzt entdeckt? Diese Frage habe ich mir bereits nach der Lektüre von Das Schicksal ist ein mieser Verräter gestellt und diese Frage habe ich mir noch viel lauter nach der Lektüre von Eine wie Alaska gestellt. Wer noch nichts von John Green gelesen hat, der sollte das bitte ganz schnell nachholen!

Ohne dass ich zu viel verraten will habe ich versucht meine Gedanken zum Buch in Worte zu fassen und ohne zu spoilern versuche ich Euch das Buch und diese wundervolle Geschichte näher zu bringen.

Eine wie Alaska ist ein Buch übers erwachsen werden, über Jugendliebe und Schwärmereien, über Verbote, die man als Jugendlicher gerne ignoriert und es ist ein Buch über das Leben, über loslassen und festhalten.
Eine wie Alaska ist aus der Sicht des 16 jährigen Miles geschrieben, der letzte Worte berühmter Persönlichkeiten sammelt. Das Buch beginnt mit dem Kapitel: Einhundertsechsunddreißig Tage vorher und es endet mit dem Kapitel: Einhundertsechsunddreißig Tage danach. Man begleitet Miles 272 Tage in denen so viel passiert.

Aber zurück zum Anfang: Miles hat die Schnauze voll immer nur der Außenseiter zu sein. Er will raus aus dem alten Trott, raus aus dem Leben in dem er eh kaum Freunde hat, geschweige denn eine Freundin. Er will ein „neues“ Leben beginnen, darum beschließt er Florida zu verlassen und auf ein Internat in Alabama zu gehen. Er will sich dort auf die Suche machen, nach dem großen Vielleicht. Seine Eltern sind nicht begeistert, lassen ihn aber ziehen.
Auf besagtem Internat lernt er zunächst Chip Martin kennen, mit dem er sich ein Zimmer teilt. Chip ist allerdings auch kein Junge der Miles in die Clique der beliebten Leute bringen könnte. Er lernt Sachen auswendig (Hauptstädte, Länder, etc.), er ist klein, nennt sich selbst den Colonel und verpasst Miles den ironischen Spitznamen Pummel, weil er so mager ist.
Chip stellt Miles aber zumindest einen „coolen“ Menschen vor, und das ist Alaska.

Der Name Alaska kommt vom aleutischen Wort Alyeska und bedeutet „Wo sich die See bricht“.
Alaska teilt Chips Leidenschaft für Schnaps und Unfug und schon ist Miles Hals über Kopf hineingestolpert in die „falschen Kreise“ vor denen ihn seine Mutter gewarnt hatte.
John Green schafft es die Figur Alaska, dieses 16 jährige Mädchen, so zu beschreiben, so lebendig zu machen, dass man sich als Leser einfach in sie verlieben muss. Alaska ist impulsiv, sie ist klug, sie ist schön und sie ist unberechenbar. Mit Alaska kann man die wildesten Partys feiern, die tollsten Streiche aushecken und die philosophischsten Diskussionen führen. Alaska liest viel und ständig, sie raucht viel und heimlich, sie versteckt Wodka und bringt jeden dazu zu tun worauf sie gerade Lust hat.
Alaska lebt, in ihren jungen Jahren, sehr extrem. Sie ist ein Wildfang aber neben all ihrer Lebenslust leidet sie unter einer Last die größer zu sein scheint als alles was ein Mensch ertragen kann.

Mir gingen die Gefühle die Miles für Alaska empfindet so zu Herzen, dass ich es kaum aushalten konnte als Green etwas sehr Schlimmes und etwas sehr Unfaires macht.
Man ahnt es als Leser, man sieht es kommen mit jeder verdammten Seite die man liest, jeden verdammten Tag in Miles Leben der vergeht, weiß man, dass etwas passiert und dafür möchte man Green hassen.
Ich wollte nicht weiterlesen. Ich habe ernsthaft überlegt nach dem Kapitel welches mit „Am letzten Tag“ beginnt das Buch in die Ecke zu schmeißen und es nie wieder auf zu klappen.
Aber natürlich macht man das nicht, natürlich liest man weiter, auch wenn man weiß, dass man das was dort steht nicht lesen will.

Die Kapitel die dann beginnen mit Sätzen wie „Einundzwanzig Tage danach…“ entschädigen zwar nicht für den Schmerz und das Gefühlschaos das Green angerichtet hat, aber sie erklären und sie helfen ein bisschen. So wie sie den Hauptfiguren im Roman helfen.
Das Leben, egal ob als Teenie oder als Erwachsener, ist wundervoll und das vermittelt mir John Green mit seinen Romanen.

Egal was passiert und egal wie schrecklich es ist, das Leben geht weiter und es ist schön!

Ich hatte beim Lesen, gar nicht mehr das Gefühl, dass es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Es war viel mehr so, als wäre man mittendrin. Green zieht den Leser ins Buch, ins Internat. Er erschafft eine Atmosphäre, die einen wieder jung werden lässt. Plötzlich steht man unter einer Dusche ohne Wasserdruck und gräbt nach Wodkaflaschen am Waldrand. Plötzlich ist man wieder Teenie und dafür danke ich John Green. Er schreibt Geschichten, die so nah an der Realität sind, dass es einem fast Angst macht.
Dieses Buch ist ein ganz heißer Anwärter für eine Re-Read, denn schon beim durchblättern und nachlesen für diese Rezension konnte ich mich kaum wieder von den Seiten losreißen.

Fazit:
Ich kann Euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Auch wenn es schlimm ist und auch wenn es schmerzt. Auch wenn es sich anfühlt als wäre ein schwerer Stein in Eurer Brust. Lest dieses Buch!
John Green schafft es mit einem einzigen Buch nicht nur, dass man ihn hasst, sondern auch, dass man ihn liebt.
Für das was er schreibt und für die Gefühle die er weckt. Lest es, auch wenn ihr weit über dem Alter der Zielgruppe liegt. John Green sorgt dafür, dass ihr (wieder) zur Zielgurppe werdet.

Das Leben ist schön, trotz allem, es ist schön!

Lesen! Lesen! Lesen!

Lieblingszitate:

S. 47 „ Ich war nicht religiös, doch er machte uns klar, dass Religionen wichtig waren, ob wir nun daran glaubten oder nicht, so wie Geschichte wichtig war, ob man selbst dabei gewesen war oder nicht.“

S. 76 „Von der Zukunft zu träumen, ist auch eine Art Nostalgie. … Dein ganzes Leben steckst Du in dem Labyrinth fest und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am Laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.“
S. 79 „Manchmal verliert man eine Schlacht. Aber Frechheit gewinnt am Ende den Krieg.“

S. 122 „ …und sie war wunderschön, und ich war hoffnungslos langweilig, und sie war unendlich faszinierend…wenn Menschen Niederschlag wären, wäre ich Nieselregen und sie wäre ein Hurrikan.“

[Rezension] Anna dressed in blood – Kendare Blake

Anna dressed in Blood (#1)

Autor: Kendare Blake
Verlag: Tor Books (Oktober 2011)
Originaltitel: Anna dressed in Blood
Seiten: 316
Sprache: englisch
Genre: Jugendbuch
Vom Verlag empfohlenes Alter:  12-17 Jahre

Rezension PiMi:

Theseus Cassio Lowood, kurz Cas  ist 16 Jahre alt und hat das Erbe seines verstorbenen Vaters angetreten. Er ist Geisterjäger und schickt die Toten verlorenen Seelen, die irgendwie auf der Erde hängen geblieben sind ins Nirwana. Er reist mit seiner Mutter durch das Land und hilft überall wo er gebraucht wird, denn die Geister sind oft sehr aggressiv und mordlustig. Cas ist gut in seinem Job, kein Geist bleibt verschont, bis er auf Anna Korlov  trifft. Das Mädchen, das vor 60 Jahren vor dem Schulball in ihrem weißen Kleid ermordet wurde. Anna, der Geist, der nun jeden tötet der ihr Haus betritt. Bei Cas scheint sie eine Ausnahme zu machen und die beiden kommen sich näher als erlaubt.

Anna dressed in blood musste ich schon alleine wegen des Covers und des schaurig schönen Titels haben. Ich liebe dieses gruselige Bild mit Anna in ihrem weißen Ballkleid, das sich langsam blutrot färbt.

Das Buch ist ein Jugendbuch und darum auch weit weniger gruselig als es hätte sein können, wenn es für Erwachsene geschrieben worden wäre. Das steht dem Lesevergnügen allerdings nicht im Weg, denn der Schreibstil und auch der Inhalt sind richtig gut gelungen. Auch das englisch ist leicht verständlich. (Kleiner Tipp am Rande für Leser die wenig mit englischen Büchern zu tun haben: Das Lesen von englischen Büchern auf dem Kindle ist ein echter Luxus. Ist ein Wort nicht verständlich so könnt ihr es mit einem Klick übersetzen, ohne das Buch verlassen zu müssen. Ich finde das sehr komfortabel.)

Es schwingt beim Lesen immer ein kleines bisschen Gänsehautstimmung mit und auch wenn ich mich jetzt nie so wirklich gegruselt habe, so glaube ich doch, dass es gerade für junge Leser schon Ok ist.

Die Story ist ganz anders als ich erwartet habe. Da Cas ja gerade erst 16 Jahre alt ist und ständig die Schule wechselt spielen natürlich Themen, wie neue Freunde (Thomas ist übrigens mein Lieblingscharakter, weil er so schön abgedreht ist), neue Feinde und Liebeleien eine Rolle. Die Gruselgeschichten rund um Anna, ihr Haus und ihren Tot sind auf der Schule in aller Munde und die neuen Feinde führen Cas gleich mal in die Höhle des Löwen, also in Annas Haus. Für diesen Streich müssen die Jungs allerdings direkt und blutig büßen.

Aber es steckt noch mehr in der Story, denn sie ist auch sehr traurig und hat mich total berührt. Anna ist eine Protagonistin, die trotz ihrer Mordlust und ihrer Bösartigkeit im Laufe der Geschichte liebenswert wird. Die Autorin schafft es, dass man Cas total versteht, wenn er sie nicht nur als Geist sondern als Mädchen sieht und ich bin auch wirklich froh, dass Anna ein Geist ist und nicht ein Vampir, eine Hexe oder ein Werwolf.

Das Buch liest sich ganz schnell weg, die Aktion Szenen halten sich zwar in Grenzen, aber die Autorin schafft es die ganze Zeit den Spannungsbogen hoch zu halten, so dass man als Leser immer weiter lesen muss, weil man wissen will, was passiert ist, wer was getan hat und warum Anna so ist wie sie ist. Und Anna ist auch nicht der einzige Geist der Cas Kopfzerbrechen bereitet, denn in dem Buch wird oft und viel gemordet und das nicht nur von Anna.

Die Fortsetzung Girl of Nightmares ist seit dem 07. August 2012 erhältlich und schon auf meiner Wunschliste. Ich freue mich darauf die liebgewonnen Charaktere wieder zu treffen.

Fazit:
Anna dressed in blood ist kein Alptraumgarant, aber eine schöne schaurige Liebesgeschichte. Ein Jugendbuch mit einer ganz tollen Story und wunderbaren Protagonisten.

P.S. Das Buch erscheint am 12. November 2012 auf deutsch beim Heyne Verlag unter dem Titel Anna im blutroten Kleid und ich finde es super, dass Heyne das Originalcover übernommen hat.