Zweitausendsiebzehn vs. Zweitausendachtzehn

Ein frohes neues Jahr wünsche ich Euch (ja ich weiß… bisschen spät…)!

Ja, mein Blogbeitrag kommt nicht gerade on Point und ja, im letzten Jahr, war es ruhig hier. Sehr ruhig. Ich habe im Jahr 2017 so wenig gelesen wie nie zuvor in meiner Bloggerzeit und ich habe so wenig gebloggt wie nie zuvor… Meine Motivation war im Keller und dieser Seite fehlte Leben. Kurz, 2017 war nicht mein bestes Lesejahr. Das vor allem daran, dass hier privat ziemlich viel passiert ist. Ich war gesundheitlich ziemlich angeschlagen und auch sonst lief es nicht gerade nach Plan..

Ob es 2018 besser wird, ob ich Zeit zum Lesen und zum bloggen finde, kann ich nicht versprechen, aber ich hoffe es sehr.

Heute möchte ich Euch trotzdem einen kleinen Einblick in mein Lesejahr 2017 geben und ich möchte Euch einen kleinen Ausblick auf mein Lesevorhaben 2018 geben.

Ich habe 49 Bücher gelesen und damit mein Jahresziel um 51 Bücher verfehlt. 49 Bücher mögen für einige immer noch ziemlich viel sein, aber für mich, die im Jahr 2012 146 Bücher und im Jahr 2013 129 Bücher gelesen hat, ist das einfach nicht viel…

Nicht desto trotz habe ich gelesen und ich habe eine Menge gute Bücher gelesen.

Im Schnitt habe ich 3,8 Sterne vergeben.

Und hier ist meine Bücherwand:

Die Saat des goldenen Löwen by George R.R. MartinMagic Cleaning by Marie KondōDein perfektes Jahr by Charlotte LucasDas Paket by Sebastian FitzekDas Fitnessprojekt by Alexandra ReinwarthFlawed - Wie perfekt willst du sein? by Cecelia AhernDie Katze des Dalai Lama by David MichieBlauschmuck by Katharina WinklerDem Horizont so nah by Jessica KochDem Abgrund so nah by Jessica KochPhantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind by J.K. RowlingPaper Princess by Erin WattCupido by Jilliane HoffmanPaper Prince by Erin WattPaper Palace by Erin WattDie Erbin by Simona AhrnstedtDas Geheimnis des kupferroten Toten by Alan BradleyWovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede by Haruki MurakamiDie letzten Tage von Rabbit Hayes by Anna McPartlinDornen und Rosen by Sarah J. MaasNächstes Jahr am selben Tag by Colleen HooverAuf ewig dein by Eva VöllerRache und Rosenblüte by Renee AhdiehInfernale - Rhapsodie in Schwarz by Sophie JordanMord ist nicht das letzte Wort by Alan BradleyFlammen und Finsternis by Sarah J. MaasRed Queen by Victoria AveyardDer Thron der roten Königin by Philippa GregoryDie Schattenschwester by Lucinda RileyDer Sommer, in dem es zu schneien begann by Lucy   ClarkeDie Mutter der Königin by Philippa GregoryDer verbotene Liebesbrief by Lucinda RileyEin wenig Leben by Hanya YanagiharaDie Rebellin by Cora CarmackSturm der Schwerter by George R.R. MartinEine Fackel im Dunkel der Nacht by Sabaa TahirLoslassen by Ursula KarvenOrigin by Dan BrownDie Perlenschwester by Lucinda RileyEnd of Watch by Stephen KingPrinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr by Walter MoersMeine Sonne. Mein Mond. Meine Sterne. by Alexa von HeydenWolfsschwestern by Philippa GregoryRico, Oskar und das Vomhimmelhoch by Andreas SteinhöfelDas Lied des Eisdrachen by George R.R. MartinDer Weihnachtosaurus by Tom  FletcherKirschen im Schnee by Kat YehDie Königin der Drachen by George R.R. Martin

Die besten Bücher, die ich 2017 gelesen habe:

Magic Cleaning by Marie KondōMagic Cleaning
Dieses Buch hat mich dazu gebracht meine Wohnung zu „entrümpeln“ und mich mit dem Thema Minimalismus auseinander zu setzen. Versteht das jetzt nicht falsch, ich bin weit davon entfernt minimalistisch zu leben, aber ich kaufe bewusster und ich sortiere schneller Dinge aus anstatt sie zu horten.
 Dem Horizont so nah by Jessica KochEin weiteres Lesehighlight, wenn man es denn, auf Grund des heftigen Inhalts überhaupt so nennen kann, ist Dem Horizont so nah von Jessica Koch. Es ist der Auftakt der Danny Trilogie und eine wahre Begebenheit. Jessica Koch verarbeitet in diesem Buch die Geschichte von Danny, den sie mit Anfang 20 kennenlernt und der in seiner Kindheit Dinge erlebt hat, die man sich in seinen schlimmsten Albträumen nicht ausmalen kann. Wenn ich heute an Dannys Geschichte denke, bekomme ich Gänsehaut und Tränen in den Augen.
Dem Abgrund so nah by Jessica Koch
 Ebenso ergreifend, und für mich auch viel heftiger zu verarbeiten war der zweite Teil , der Danny Trilogie Dem Abrund so nah. Diese Buch ist die Vorgeschichte zu Dem Horizont so nah und erzählt von Dannys Kindheit. Ich musste das Buch oft an die Seite legen, weil ich nicht weiterlesen konnte, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass einem Kind so etwas passiert, dass ein Vater so etwas machen kann. Und doch passieren diese Dinge auf der Welt, denn Dannys Geschichte ist wahr.
 Dornen und Rosen by Sarah J. Maas
Kommen wir zu einen Highlight aus 2017, das weniger bedrückend ist und das ich Euch wirklich empfehlen kann, weil es einfach Spaß macht. Das Reich der Sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas. Ich liebe diese Reihe. Ich liebe die Story, die Welt, die Protagonisten, die Wendungen, die Aktion, den Schreibstil… Ich liebe ES! Auch wenn ich einige Handlungen nicht gut fand, so finde ich das Gesamtpaket einfach großartig. Für mich ist es den Hype absolut wert!
 Flammen und Finsternis by Sarah J. Maas
 Und auch der zweite Band Das Reich der Sieben Höfe – Flammen und Finsternis konnte mich überzeugen. Für mich sogar noch etwas besser als Band 1. Und ich freue mich schon soooooo auf Band 3, der im März 2018 erscheint.
 SEin wenig Leben by Hanya Yanagiharao, nach etwas lockerer Lektüre, folgt bei meinen Highlights wieder ein sehr emotionales Buch. Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara. Die Geschichte rund um Jude St. Francis hat mich tief getroffen. Der Erzählstil von Hanya Yanagihara ist klug und aufwühlend. Das Buch ließ mich mit dem Kopf schütteln, es ließ mich ungläubig und fassungslos zurück und nie im Leben hätte ich mit diesem Ende gerechnet.
Die PDie Perlenschwester by Lucinda Rileyerlenschwester von Lucinda Riley war dann aber wieder eins der „schönen“ Bücher. Ein Buch, das Freude bereitet, dass einen in fremde Welten entführt und das den Leser mit einem guten Gefühl zurück lässt. Das liebe ich ja so am lesen. Meine Rezension findet ihr >hier<
Auch ein Buch von Philippa Gregory hat es wieder in meine Highlight Liste Wolfsschwestern by Philippa Gregorygeschafft und zwar Wolfsschwestern.
Bevor ich Philippa Gregory entdeckt habe, konnte ich mit historischen Romanen nichts anfangen. Nun liebe ich es in die Welten einzutauchen und mit Wolfsschwestern hat sie wieder einen Roman geschrieben, der mich komplett überzeugen konnte.
Sturm der Schwerter by George R.R. MartinAuch ein Buch von George R.R. Martin hat es in meine Highlight Liste geschafft, denn Sturm der Schwerter war für mich neben dem Auftakt, die Herren von Winterfell, bisher das beste Buch der Reihe. Da wir ja voraussichtlich bis 2019 warten müssen, bis es mit der Serie weitergeht und wir immer noch nicht wissen, wann The Winds of Winter erscheinen wird und ob Martin es überhaupt noch heraus bringt, macht es mich nun doch ein bisschen traurig, dass ich nicht mehr viele Bücher vor mir habe, die ich lesen muss bis auch ich eine der „Wartenden“ bin…
Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch by Andreas SteinhöfelDer Weihnachtosaurus by Tom  FletcherUnd zu guter letzt noch zwei Weihnachtsbücher, die es auf meine Highlightliste geschafft haben. Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch von Andreas Steinhöfel und Der Weihnachtosaurus von Tom Fletcher.
Meine Rezension zum Weihnachtosaurus findet ihr >hier<
Und zu Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch kann ich nur sagen, es ist so toll wie die vorherigen Bände. Ich bin ein riesiger Rico und Oskar Fan und ich hoffe, dass es noch viel mehr von den Jungs zu lesen geben wird.

Was habe ich mir für 2018 vorgenommen?

  • Also erst einmal möchte ich 2018 wieder ganz einfach mehr lesen, und mein Ziel von 100 Büchern, das ich eigentlich jedes Jahr habe, wieder erreichen. Ich möchte mir wieder bewusst Zeit fürs lesen einräumen.
  • Dann soll es auf meinem Blog wieder Montasrückblicke, Buchtipps, Buch-Film Vergleiche, Kochbuchreviews, Neuzugänge, Kurze Lesezwischenstände, etc. geben ganz allgemein gesagt, es soll wieder mehr Beiträge geben, die nicht reine Rezensionen sind.
  • Ich nehme an keiner Challenge teil, aber ich möchte auf jeden Fall auch wieder englische Bücher in meine Leseliste einbauen. Einfach weil es mir hilft „dran“ zu bleiben…
  • Und als letztes Ziel für 2018 möchte den Herrn der Ringe noch einmal lesen. Das letzte Mal war ich vor 17 Jahren in Mittelerde und ich finde, das kann so einfach nicht bleiben.

Was waren Eure Highlights im letzten Jahr? Was muss ich 2018 unbedingt auf meine Leseliste packen und wie sehen Eure Pläne für 2018 aus?

Liebe Grüße

Miriam

 

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//Buchvorstellung// Lucinda Riley – Die Perlenschwester

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In Die Perlenschwester, erfahren wir mehr über CeCe, die wir ja bereits aus den 3 vorherigen Bänden kennen. Worum es in der Reihe rund um die D’Aplièse Schwestern geht, die nach dem Tod ihres Vaters auf der Suche nach ihrer Familiengschichte sind, erfahrt ihr im ersten Teil: Die sieben Schwestern.

Dies ist der 4. Band der Reihe und man spoilert sich nicht, wirklich da jeder Band in sich abgeschlossn ist, aber man sollte die Bücher meiner Meinung nach schon in der „richtigen Reihenfolge“ (siehe unten) lesen.

Inhalt:

Um ihrer Familiengeschichte zu erforschen, fliegt CeCe nach ihrem Thailand Zwischenstopp, bei dem sie einen Mann namens Ace kennenlernt und in den sie sich sogar ein wenig verliebt, weiter nach Broome in Australien. Broome gilt als Zentrum der Perlenindustrie im Norden Westaustraliens. Broome ist asiatisch geprägt und bei einer Aborigine-Familie erfährt CeCe mehr über ihre Wurzeln und auf eher unangenehme Weise auch mehr über Ace.

Der zweite Zeitstrahl spielt im Jahr 1906. Wir lernen Kathrin (Katty) McBride kennen. Tochter eines schottischen Pfarrers, die von ihrem Vater als Zofe von Mrs. Mc Crombie (einer wohlhabenden, extravaganten, der Kirche wohlgesonnenen Dame mittleren Alters) nach Australien geschickt. Katty fühlt sich als lebende Opfergabe, und nicht nur das, denn in Australien angekommen, erfährt sie eine Menge unangenehmer Dinge über ihren Vater, die ihr lieber erspart geblieben wären.

Zudem verliebt sich der älteste Sohn ihrer Gastfamilie, Andrew Mercer in sie und macht ihr nur wenige Wochen später einen Heiratsantrag. Eigentlich hat Katty sich bereits in Andrews Zwillingsbruder, den draufgängerischen Dummond verliebt, doch in der Zeit, in der Katty lebt, interessiert die Meinung und der Wille einer jungen Frau noch relativ wenig und so heiratet Katty Andrew und baut sich ein Leben mit ihm in Broome auf, wo Andrew in den Fußstapfen seines Vaters, der Perlenfischerei nachgeht. Aber es geht um viel mehr, als um diese Familiengeschichte, denn es geht um Freundschaft, Rassentrennung, Verlust und Missionare.

Wie Katty mit CeCe in Verbindung steht, das müsst ihr selbst herausfinden. Glaubt mir es ist anders als ihr denkt 🙂

Ich hatte mit Die Perlenschwester extrem viel Spaß. Es ist meiner Meinung nach das beste Buch der Reihe! Das liegt zum einen an dem Setting, denn ich fand das alte Australien genauso toll, wie das heutige Thailand. Lucinda Riley hat es geschafft, Tiere, Landschaft und auch die dort herrschenden Ansichten perfekt zu transportieren.

Ich mochte die Geschichte rund um Katty sehr gerne und auch CeCe, die mir im letzten Band (Die Schattenschwester) noch recht unsympathisch war, fand ich einen sehr interessanten Charakter.

Fazit:

Mein Favorit der Sieben Schwestern Reihe. Perfektes Setting, perfekte Story, super geschrieben! Ein echter Pageturner. Wenn ihr Familiengeschichten, die auf zwei Zeitebenen spielen mögt, dann seid ihr mit der Perlenschwester sehr gut beraten.

5sterne

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar!

Aus dem Englischen von Sonja Hauser :: Originaltitel: The Pearl Sister :: Originalverlag: Macmillan :: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 608 Seiten :: ISBN: 978-3-442-31445-4 :: € 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis) :: Verlag: Goldmann :: Erschienen: 30.10.2017

Meine Meinung zu den anderen Bänden der Reihe findet ihr hier:

Die sieben Schwestern

Die Sturmschwester

Die Schattenschwester

 

:: Rezension :: London von Christoph Marzi

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Marzis Romane sind für mich ja immer die perfekten Herbst- Winterbücher. Und auch London passt super in diese Zeit, denn es spielt im Winter. es ist kalt, die Luft riecht nach Schnee und in den Häusern sind die Kamine bereits angefeuert.

Wie schon die anderen Romane von Christoph Marzi, ist auch London sehr besonders, fast schon poetisch geschrieben. Ich mag diesen Schreibstil sehr gerne, daher mochte ich London bereits ab der ersten Seite.

London ist der 5. Band der Uralten Metropole. Ich muss zugeben, dass ich selbst nur die ersten beiden Bände (Lycidas und Lilith) gelesen habe. Aber auch ohne die andren Bücher zu kennen, kann man London gut lesen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir irgendetwas fehlt, weil ich Somnia und Lumen nicht gelesen habe.

Emily Laing ist in London kein kleines Mädchen mehr, sondern eine junge Frau von 24 Jahren. Als sie Cambridge besucht und wieder zurück nach London möchte, steht sie am Bahnhof und es gibt plötzlich keinen Zug mehr dorthin. Schlimmer noch, niemand scheint je von einer Stadt Namens London gehört zu haben, nicht einmal Google. Und auch ihre Freunde in London sind telefonisch nicht mehr erreichbar. Zwei mysteriöse alte Damen lesen Emily auf und singen sie praktisch zurück in die verschwundene Stadt. Sie steht auf einmal wieder in London am Bahnhof und trifft dort auf das Waisenmädchen Piccadilly Mayfair. Sie ist, genau wie Emily damals in Lycidas, als Wittgenstein sie fand, verängstigt. Und es gibt noch eine Gemeinsamkeit, denn auch Piccadilly kann mit Ratten sprechen. Ansonsten scheint zunächst in der Stadt der Schornsteine alles wie immer zu sein. Niemand glaubt, dass London je verschwunden war. Doch irgendetwas ist passiert, denn während Emilys Abwesenheit, ist ein Zug spurlos verschwunden und auch die Flüsse fließen in die falsche Richtung.

Was passiert ist und was das Ganze mit Piccadilly zu tun hat, dass müsst ihr natürlich selbst lesen.  Ich kann nur sagen, dass ich London von Anfang an sehr mochte. Ich mochte es, die bekannten Figuren wie z.B. Wittgenstein, Micklewhite, Aurora, Mina und das Irrlicht Dinsdale noch einmal zu treffen und in die Stadt unter der Stadt zu reisen. In die Uralte Metropole in der nicht nur freundliche Gestalten, sondern vor allem dunkle und fiese Kreaturen ihr Unwesen treiben.

Marzi webt ein paar historische Fakten in seine fantastische Geschichte und so lernt man ganz nebenbei auch noch das etwas über London.

“ ‚Wir alle‘, antwortete Wittgenstein, ‚vergessen die wirklich schlimmen Dinge im Leben. Nur so können wir weiterleben‘.“

Manchmal werden Marzis Geschichten ja im Verlauf etwas zu abgedreht, so dass man als Leser am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man das nun mochte oder eher nicht.

London mochte ich! Sowohl den Schreibstil, als auch die Geschichte! London ist märchenhaft, fantastisch und irgendwie magisch.

„Bitter und nach Trauer, ja, genau so hatte der Tee geschmeckt, wie Schmerzen, die jemand erhitzt hatte, wie Feuer, das Lachen verbrennt.“

Fazit:

Man kann sich hineinfallen lassen, in die Welt von Emily Laing. Man begleitet sie in die Stadt unter der Stadt, in die Uralte Metropole. Man löst mit ihr im tiefsten Winter das Rätsel rund um Londons Verschwinden. Dabei trifft man auf ziemlich viele fantastische Wesen, die mal netter, mal weniger nett sind! London ist ein richtig tolles Buch und eins meiner Lesehighlights 2016!

Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

London :: Christoph Marzi :: Paperback, Klappenbroschur, 704 Seiten :: ISBN: 978-3-453-31665-2 :: € 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50* (* empfohlener Verkaufspreis) ::Verlag: Heyne :: Erschienen: 12.09.2016

 

::Rückblick:: Meine Buchhighlights 2015

Das Jahr 2015 ist zu Ende und weil ich es selbst auch immer total gerne bei anderen lese, möchte ich euch an dieser Stelle meine persönlichen Lesehighlights des Jahres zeigen .

Anmerkung: Die Reihenfolge in der ich die Bücher aufgelistet habe richtet sich nach dem Lesezetipunkt und ist kein Ranking.

1. Wie Sterne so golden von Marissa Meyer

wiesternesogolden

2. Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon

derdunklekussdersterne

3. Love letters to the Dead von Ava Dellaira

loveletters

4. Der Seidenspinner von Robert Galbraith

seidenspinner

5. Die sieben Schwestern von Lucinda Riley

sieben

6. Lieblingsmomente von Adriana Popescue

lieblings

7. Mein Sommer am See von Emylia Hall

meinsommeramsee

8. I Knew you were trouble von Paige Toon

iknewyouweretrouble

9. Liebe ist was für Idioten wie mich von Sabine Schoder

liebe

10. Der Marsianer von Andy Weir

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11. After Forever von Anna Todd

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12. Splitterfasernackt von Lily Lindner

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13. Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman

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14. Darm mit Charme von Giulia Enders

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15. Der Augensammler von Sebastian Fitzek

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Die Bücher, die ich bereits rezensiert habe, habe ich Euch verlinkt.

Was waren eure Lesehighlights 2015?

|Rezi| Liebe ist was für Idioten. Wie mich. von Sabine Schoder

Autor: Sabine Schoder
Verlag: Fischer Juli 2015
Seiten: 352
Genre: Gegenwartsliteratur/ Jugendbuch
Vom Verlag empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
Preis: Taschenbuch: 12,99 € z.B. >hier*<
Reiheninfo: –

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Meine Meinung:

Heute möchte ich Euch ein Buch vorstellen, auf das ich sehr gespannt war, weil es richtig gute Kritiken bekommen hat und mich vom Titel und von der Aufmachung sehr angesprochen hat. Es geht um Liebe ist was für Idioten. Wie mich. von Sabine Schoder. Dieses Buch war wirklich ganz anderes als erwartet, denn ich habe weder mit dem Verlauf der Geschichte gerechnet noch mit dem Ausgang.

Es geht in diesem Buch um die siebzehnjährige Viki, die in ihrem Leben schon viel mitgemacht hat. Ihre Mutter ist gestorben, als Viki noch ein kleines Kind war und ihr Vater hat daraufhin das Trinken angefangen. Viki hatte immer nur ihre Cousine Mel, die ihr Familienersatz geworden ist und bei der sie sich wohlfühlte. Mit Mel konnte sie reden, bei ihr hat sie Weihnachten gefeiert und Mel konnte sie vertrauen.
Auf einer Party trifft Viki Jay. Total bekifft landet sie mit ihm im Bett und am nächsten morgen findet sie sich in seinem Haus wieder. Jay Feretty ist Mitglied der extrem coolen und mega angesagten Schulband Major Malfunction und Viki kann ihn nicht leiden. Da sie sich nur noch an Bruchstücke dieser Nacht erinnern kann, packt sie am morgen ihre Sachen und verschwindet, dabei trifft sie im Haus noch auf Jay´s Mutter, der sie noch schnell steckt, dass ihr Sohn wohl ein kleines Drogenproblem hat und hofft, dass sie von Jay nie wieder etwas hört. Doch, falsch gedacht, denn Jay meldet sich ganz unerwartet bei Viki. Er ist natürlich sauer wegen des Spruchs aber ihm scheint doch auch etwas an Viki zu liegen und die Beiden verabreden sich auf einen Kaffee. Bis hier ist es eine relativ normale Story, doch dann muss Viki in einen Förderkurs in der Schule und dort bekommt sie ein Buch, das mit Sprüchen voll gekritzelt ist. Es ist das Buch von Jay. Jay, der vor kurzem noch auf ihre Schule ging. Und nun von heute auf morgen die Schule verlassen hat. Jay, der nicht mehr bei Major Malfunction spielt und der nicht mehr mit seinen Freunden redet. Hat Vikis „Drogenspruch“ damit zu tun? Sie beschließt sich bei Jays Mutter zu entschuldigen, doch was steckt wirklich hinter Jay´s plötzlichem Abgang?

Zeig mir deine Freunde, und ich sage dir, wer du bist.

Viki ist für mich eine richtig tolle Protagonistin. Sie ist taff und wenn man liest wie sie lebt und unter welchen Umständen sie aufgewachsen ist, dann tut sie einem zwar leid, aber sie gibt dem Leser nicht wirklich Grund sie zu bemitleiden. Sie ist stark, sie kämpft sich durch, ohne dabei unsympathisch zu werden und was das tollste ist, sie kann lieben. Obwohl man das von ihr nicht mehr erwarten würden, wenn man von ihren Erlebnissen mit ihrem Vater liest. Wie die Autorin das am Ende gelöst hat, hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Mein Herz-schmerz-moment war übrigens, als Jay mit seiner Mutter in der Küche steht und die beiden sich umarmen. Viki beobachtet diese Szene und sie denkt:

Ein Gefühl überwältigt mich. Kaltes, flüssiges Licht, das durch mein Innerstes rauscht und die dunklen Ecken füllt. Worte steigen darin zur Oberfläche, eine blendende Erkenntnis: Dir fehlt was, Viki. Etwas Wichtiges.

Sie erlebt bei Jay was eine Familie ist. Auch wenn hier irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Es gibt warmes Essen und alle kochen gemeinsam, man unterhält sich und es liegt kein Müll oder leere Bierflaschen in der Wohnung herum, wie es bei ihr zu Hause der Fall ist.

Niemand hat mir gesagt, dass man auch Tannenbäume und Geschenke verliert, wenn Mama stirbt.

Aber dann spukt man plötzlich Blut in den Vanillepudding und die Warnungen werden so deutlich wie ein Stoppschild vor der Kreuzung, an dem man mit Vollgas vorbeigebrettert ist.

Jay ist über lange Strecken in dem Buch sehr undurchschaubar, was aber auch so sein soll, da das Buch aus Vikis Sicht geschrieben ist. So bekommen wir als Leser eben auch nur die Informationen, die Viki von Jay bekommt und das sind nicht viele. Man merkt, dass er sie wirklich mag. Aber er hat ein Geheimnis und genau wie Viki tappen wir im Dunkeln. Jay redet über Themen über die er reden möchte und wenn es zu speziell wird, dann blockt er. Was verbirgt Jay? Ich hatte eine Vorahnung und doch habe ich auch immer wieder in andere Richtungen gedacht. Ich hatte meine Bedenken ob man Jay trauen kann oder nicht, ebenso wie Viki.
Die Autorin spielt mit uns Lesern und sie beschert uns so einige fiese Schockmomente.

Die Beziehung zwischen Jay und Viki fand ich trotzdem super! Sie ist so authentisch und sie hat mich selbst so richtig an meine Jugend erinnert. Sie ist zwar auf der einen Seite typisch Teenie, aber zum Glück frei von Kitsch und auch frei von irgendwelchen an den Haaren herbeigezogenen, unnötigen Dreiecksbeziehungen oder irgendwelchen belanglosen Eifersuchtsszenen. Sehr, sehr gelungen!

Besonders an diesem Buch sind neben den starken Charakteren und der tollen Schreibweise auch die Kapitelüberschriften, die z.B. heißen:

Ich will andere Menschen nicht mit mir anstecken.

Fazit:
Dieses Buch steckt voller wunderschöner Sätze, die man im ersten Moment, zwischen den ganzen negativen Dingen, die passieren vielleicht gar nicht sieht. Aber dieses Buch schreit: Leben! Es ist traurig, es ist schokierend, es ist angsteinflössend aber vor allem ist es voller Hoffnung und voller Leben und es ist wundervoll! Eins der Besten, wenn nicht sogar das beste Jugendbuch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.

Trauigkeit ist wie Wein. Sie lässt sich in Fässer füllen und tief im Inneren lagern, wo sie mit den Jahren zu Apathie und vermeintlicher Stärke gärt. Bis sie eines Tages kippt. Sich in Essig verwandelt, das Herz übersäuert, die Seele vergiftet. Und nur ein Ausweg bleibt: sich in Tränen zu übergeben.

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