::Rezension:: Wie mein Sommer in Flammen aufging von Jennifer Salvato Doktorski

 

wie mein sommerWie mein Sommer in Flammen aufging

Originaltitel: How my summer went up in flames

Autor: Jennifer Salvato Doktorski

Seiten: Taschenbuch, Broschur, 352 Seiten

Verlag: cbt 08.02.2016

empfohlenes Alter: ab 13

Genre: Jugendbuch

ISBN: 978-3-570-31025-0

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

 

 

 

Meine Meinung:

In diesem Buch geht es um Rosie, die plötzlich eine Anzeige und eine Einstweilige Verfügung am Hals hat. Schuld ist ihr Freund bzw. dann Ex-Freund Joey, der sie mit einer anderen betrogen hat. Als Rosie das erfährt nimmt sie all die Dinge, die er ihr geschenkt hat und verbrennt sie kurzerhand vor seiner Haustür. Leider fängt bei dieser Aktion sein Auto ebenfalls Feuer. In den folgenden Tagen versucht Rosie immer wieder Joey zu erreichen um sich zu entschuldigen, was ihr dann noch zusätzlich als stalken zur Last gelegt wird und sie bekommt ein Kontaktverbot aufgedrückt. Um Rosie ein bisschen aus der Situation zu befreien beschließen ihre Eltern, sie zusammen mit dem Nachbarsjungen Matty und seinen beiden Kumpels auf einen Road Trip von New Jersey nach Tempe, Arizona zu schicken. Einmal von Ost nach West, Quer durch die USA. Was aus diesem Road Trip wird und was die vier erleben, dass müsst ihr natürlich selbst lesen, ich kann nur eins sagen, nämlich: „WOW!“

Ich hatte ja schon im Vorfeld sehr hohe Erwartungen an das Buch, da es bereits im englischen bei vielen Bloggern sehr gut ankam. Aber, dass es mir so sehr gefällt, hätte ich nicht erwartet. Ich habe dieses Buch so durchgesuchtet! Es hat mir von der ersten Seite an gefallen. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und für mich ist es einfach DAS perfekte Sommerbuch 2016. Es geht um Freundschaft, um Verantwortung, ums erwachsenwerden, ums aufbrechen und neu Beginnen. Außerdem geht es um Musik und natürlich auch um die Liebe, aber die stand hier gar nicht so im Vordergrund. Auch die Schauplätze, die die Autorin gewählt hat, fand ich super! Dollywood, Graceland, Grand Canyon, Route 66, eine Ranche in New Mexico…

route-1128816_960_720.jpg

Bild Quelle: Pixabay

Ich fand Rosie als Charakter toll, weil sie sehr impulsiv ist, sich aber im Laufe des Buches dann doch sehr vernünftig verhält und sich eben nicht immer nur von ihren Gefühlen leiten lässt. Ich mochte auch wie sich ihre Familie verhält und wie ihre Eltern mit der Situation umgehen. Die Jungs, mit denen sie unterwegs ist, haben mir ebenfalls alle 3 sehr gut gefallen. Mit ihrer teilweise nerdigen Art, fühlt sich Rosie natürlich nicht immer sehr wohl in der Gruppe, aber sie lässt sich nicht unterkriegen.

Roadtripbücher haben es mir ja sowieso angetan und dieses hier macht ganz besonders große Lust einfach ins Auto zu steigen und loszufahren. Der Wilde Westen, Countrymusik, Sommer! Einfach sehr gelungen. Ich konnte den Sommerwind fast schon spüren, so deutlich waren die Bilder in meinem Kopf.

Fazit:

Pures Kopfkino. Ihr merkt, dass ich kaum aus dem schwärmen herauskomme. Ich kann nichts Negatives zu dem Buch sagen, außer dass es extremes Fernweh verursacht. Es hat mir sehr gut gefallen. Für Fans von Amy on the Summer Road oder The Disanchantments.

5sterne

Vielen Dank an den cbt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

 

 

Advertisements

[Rezension] Zeitenzauber: Die magische Gondel von Eva Völler (Hörbuch)

Zeitenzauber: Die magische Gondel (Hörbuch)
Eva Völler
7 Stunden 29 Minuten
Sprecher: Hannah Schepmann
Lübbe Audio
Sprache: Deutsch
Zu kaufen z.B. bei audible.de

Rezension PiMi:
Anna ist 16 und verbringt den Sommer mit ihren Eltern in Italien, genauer gesagt in Venedig und die Ferien sind nicht ungewöhnlich, bis zur Regate storica die auf dem Canal Grande stattfindet …
Denn dort fällt Anna aus einer roten Gondel ins Wasser und kommt im Jahre 1499 wieder zu sich.
Nichts ungewöhnliches, zumindest nicht für den gutaussehenden Sebastiano, der als Beschützer in der Zeit reist. Aber blöderweise kann Anna sich an die Zukunft aus der sie kommt erinnern und ist somit nur ins 15. Jahrhundert gekommen um eine Aufgabe zu erfüllen. Zurück kann Anna aber erst, wenn ihre Aufgabe erfüllt ist. Soweit so gut, doch leider kann ihr niemand sagen welche Aufgabe es ist.

Zeitenzauber ist, ein richtig gutes Jugendbuch, welches ich ohne schlechtes Gewissen oder irgendwelcher Bedenken einem Jugendlichen in die Hand drücken würde. Eva Völler entführt den Leser oder in meinem Fall den Hörer in das Venedig des 15. Jahrhunderts. Diese historische Reise ist interessant, lehrreich und macht zudem auch noch Spaß.
Gut gefallen hat mir, dass Anna Wörter aus ihrer Zeit, die es in der Vergangenheit in der sie sich befindet noch nicht gab, auch nicht benutzen kann. Stattdessen kommt ein anderes Wort aus ihrem Mund. Anstatt Film, kann sie z.B. nur Kostümstück sagen.
Anna ist eine sympathische Protagonistin mit der sich junge Mädchen sicher gut identifizieren können und auch Sebastiano, ist gut gelungen, ein bisschen unnahbar zunächst, doch später nicht zu verachten.
Neben der Aufgabe die Anna erfüllen muss, steht auch ein bisschen Romantik auf dem Plan.
Aktion und Spannung kommen auch nicht zu kurz, so dass Zeitenzauber ein wirklich gut gelungener Zeitreiseroman ist.

Was mir nicht gefallen hat, war die Sprecherin des Hörbuchs Hannah Schepmann. Sie hat so lahm gelesen und das mit einer total überheblichen Stimme, dass es überhaupt nicht zum Charakter von Anna passt. Außerdem hatte teilweise das Gefühl, dass sie gleich einschläft. Für ein Hörbuch ein absolutes No Go und so habe ich wirklich lange überlegt ob ich jetzt ganz viele oder ganz wenige Sterne vergebe. Da ich das Hörbuch überhaupt nicht empfehlen kann, selbst wenn ich auf doppelte Geschwindigkeit stelle (was ich eigentlich immer mache) kam einfach kein Schwung in die Sache. Die Geschichte fand ich aber unglaublich gut.

Fazit: Für Zeitreisefans jeden Alters.
Vom Hörbuch würde ich auf Grund der Sprecherin abraten. Mich hat die Geschichte allerdings so überzeugt, dass ich mich entschlossen habe 5 Sterne zu vergeben, aber bitte Leute kauft das Buch !!!

[Rezension] Die fünf Leben der Daisy West von Cat Patrick

Die fünf Leben der Daisy West

Autor: Cat Patrick
Verlag: Boje (Aug. 2012)
Seiten: 304
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: Revived

Rezension PiMi:

Gleich auf den ersten Seiten nimmt die Autorin den Leser mit in die Welt von Daisy West, denn sie stirbt an einem Bienenstich und trotzdem ist die Geschichte damit nicht zu Ende, nein sie beginnt. Denn Daisy ist Mitglied eines geheimen Projektes welche ein Mittel namens Revived testet.
Revived erweckt Tote wieder zum Leben und Daisy ist nun bereits zum 5.Mal gestorben und mit Revived zurück ins Leben geholt worden.
Nach Außen muss natürlich der Schein eines ganz normalen Lebens gewahrt werden, nichts darf an die Öffentlichkeit gelangen und so zieht Daisy nach jedem Tod in eine neue Stadt und nimmt eine neue Identität an. Ihre „Eltern“ sind Geheimagenten und ebenfalls Teil des Teams.

Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen, weil das Thema an sich sehr spannend klingt und den Wunsch behandelt, den die Menschen seit jeher haben, nämlich dem Tod ein Schnippchen zu schlagen und Ewig zu leben.
Doch Revived ist noch in der Testphase und nicht ausgereift, so kann es z.B. passieren, dass es irgendwann nicht mehr wirkt und es wirkt auch nicht bei jeder Todesart und schon gar nicht bei jedem Menschen.

Da das Projekt so geheim ist, darf Daisy natürlich niemanden von dem Mittel erzählen. Weil sie es für richtig und wichtig hält und weil sie ein Teenie ist und weil sie Vertrauen fast, macht sie es doch irgendwann und bringt damit ihr und das Leben des anderen in Gefahr, denn „Gott“, so wird der Erfinder von Revived genannt (was ich ziemlich gewöhnungsbedürftig finde und beim Lesen bin ich immer wieder über dieses Wort gestolpert, weil es mir falsch und störend vorkam) ist nicht gütig. Im Hintergrund des Revived Projekts, geschehen falsche und gänzlich unmoralische Dinge die Daisy aufdeckt und die sie immer stärker in Gefahr bringen.

Insgesamt ist das Buch sehr spannend und behandelt ein Thema welches im Jugendbuch Bereich noch nicht von vorne bis hinten durchgekaut wurde.
Daisy als Figur ist sehr glaubwürdig, eine neugierige, etwas unvorsichtige Jugendliche. Nicht everybodies Darling aber auch kein totaler Außenseiter.
Ihre neuen Freunde Audrey, die schwer krank ist und ihr Bruder Matt passen in die Story und natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Durch Audreys Krankheit wird Daisy wieder einmal mit dem herannahenden Tod konfrontiert, nur dass es dieses Mal endgültig zu sein scheint.
Oder könnte man Audrey helfen?
Leider ist mir diese zentrale Frage etwas zu kurz, zu wenig emotional dargestellt worden. Die Autorin hätte aus meiner Sicht ausführlicher, eindringlicher und für Jugendliche nachvollziehbarer mit dem Thema umgehen können. Vielleicht bin ich jetzt auch ein bisschen John Green verwöhnt, der das im Jugendbuchbereich meistert wie kein zweiter.

Auch die Aufklärung der Dinge die im Hintergrund des Projektes laufen und die illegalen Machenschaften von „Gott“, waren für mich etwas zu simpel. Daisy mag ja schlau sein, aber Vieles ist an den Haaren herbei gezogen und macht auf mich den Eindruck, schnell ein logisches und spektakuläres Ende zu erzeugen. Die Fäden die Daisy zusammenstrickt, waren für mich keinesfalls nachvollziehbar, zumal es tausend Gegenargumente gibt, die ihre These wiederlegen könnten.

Die Grundidee des Buches finde ich auch nach der Lektüre durchaus spannend und die Umsetzung würde ich keinesfalls als Flop bezeichnen. Trotzdem bleibe ich als Leser etwas unbefriedigt zurück, weil man meiner Meinung nach mehr aus den angesprochenen Themen hätte machen können.

Ein paar Worte zum Cover möchte ich hier noch gerne verlieren, da es wirklich mal ein richtiger Eyecatcher ist. Gar nicht mal vom Motiv (ich mag ja generell nicht so gerne Personen und Gesichter auf dem Cover) aber von der Aufmachung. Denn die Abziehbilder die das Cover zieren stehen für jedes der fünf Leben und das ist sehr speziell und ziemlich originell.

Fazit:

Ein Jugendbuch mit spannenden Szenen und sympathischen Figuren. Für mich leider kein Highlight, weil ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte und weil ich das Gefühl hatte, dass viele Dinge am Ende keinen Sinn ergeben haben.

Mein ♥licher Dank an Blogg dein Buch und Boje (Bastei Lübbe) für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Kaufen könnt ihr das Buch u.a. hier !

[Rezension] Cinderella Undercover – Gabriella Engelmann

Cinderella Undercover
Autor: Gabriella Engelmann
Verlag: Arena (Aug. 2011)
Seiten: 284
Sprache: Deutsch
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Rezension PiMi:

Cynthias Leben steht gerade unter einem ziemlich schlechten Stern. Nicht nur, dass sie mit dem Tod ihrer Mutter klar kommen muss, nein ihr Vater entscheidet sich auch noch relativ schnell mit Stephanie, seiner neuen Liebe und ihren beiden verwöhnten Töchtern (genannt: die Grazien) zusammen zu ziehen. Stephanie ist keine gemeine Stiefmutter wie die von Aschenputtel, aber irgendwie traut Cyn ihr nicht, wer nennt seine beiden Töchter auch so wie die Hauptfiguren aus Reich und Schön. Ihre Stiefschwestern Felicia und Kirsten sind zwar total verschieden, aber eine Tasse in die Spülmaschine räumen, dass bekommen sie beide nicht hin. Zu allem Überfluss wirft sich Felicia auch noch an Cyns Schwarm Daniel ran und der Zickenkrieg ist perfekt. Im Hause Aschenbrenner/ Wolters ist also mächtig Aktion. Gut, dass Cynthia Gernot über den Weg läuft und der ihr einen Platz in seinem Atelier für ihre Kunstwerke anbietet. Ihr Rückzugsort wenn es zu Hause mal wieder zu bunt wird. Hier taucht Cyn ab und vertieft sich in ihre Kunstwerke.

Cinderella Undercover war der erste Roman von Gabriella Engelmann den ich gelesen habe, aber er wird nicht der Letzte gewesen sein. Ich habe eine ganz andere Story erwartet, irgendwas in der Richtung Plötzlich Fee oder eine Rollen-/Körpertausch Geschichte. Aber nichts dergleichen, der Roman ist überhaupt nicht unrealistisch und hat auch nichts mit Fantasy oder dem plötzlichen Auftauchen von einer guten Fee zu tun. Er ist total bodenständig, sehr liebevoll und absolut authentisch geschrieben. Ein Jugendbuch mit Charakteren zum verlieben und ein moderens Märchen.

Cyn ist ein Mädchen,  das ich direkt mochte, sie ist mit ihren 16 Jahren so wie ich mir eine 16 Jährige vorstelle und mit der sich glaube ich viele junge Leser identifizieren können. Irgendwo zwischen Teenager sein und erwachsen werden und auf Grund ihrer Situation (früh die Mutter verloren) schon sehr selbstständig. Die Probleme mit der Stiefmutter und den Stiefschwestern sind alltäglich und absolut nachvollziehbar, am liebsten würde man Cyn manchmal aus dem Buch heraus nehmen und drücken, aber Cyn schafft das auch allein. Sie ist kein schwaches kleines Opfer und sie ergibt sich auch nicht ihrem Schicksal. Nein, trotz allem was passiert ist, ist Cyn aufgeschlossen und lebensfroh und sie ist eine Kämpferin auch wenn sie „mutig sein“ noch lernen muss und darum auch noch nicht zu ihren Stärken gehört.

Cyns Freunde Paule, Louise und Gernot geben der Story die besondere Würze und haben mich oft zum Lachen gebracht, so wie es auch Cyns Vogel LaPerla getan hat. Ein absoluter highlight Charakter war für mich auch Cyns Großmutter, die leider nur eine kleine Rolle in der Geschichte spielt.

Liebe und die damit verbundenen Probleme wie Eifersucht, Missverständnisse und Betrug spielt ebenfalls eine Rolle in Cyns leben. Besonders gut gefallen hat mir aber auch das Thema Kunst, Cyns große Leidenschaft. Ich habe viel über die Street Art Szene gelernt und fand das als Außenstehender wirklich sehr cool.

Cinderella Undercover ist ein Buch von dem ich etwas ganz anderes erwartet habe, dass mich aber dann absolut positiv und auf ganz andere Art überrascht hat. Es liest sich in einem Rutsch und man verliert sich in Cyns kleiner Welt.

Fazit: Hinreißende Charaktere, eine lockerer Schreibstil und eine niedliche Geschichte, verpackt in ein modernes Märchen machen diesen Roman zu einem lesenswerten Jugendbuch, das richtig gute Gefühle weckt.

 

Weitere Bücher der Autorin und Infos gibt es hier

[Rezenison/ Liebeserklärung] Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Autor: John Green
Hanser Verlag (2012)
Originaltitel: The Fault in our Stars
Seiten: 288
Genre: Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 13 Jahre

Kurzbeschreibung vom Verlag:

„Krebsbücher sind doof“, sagt die 16-jährige Hazel, die selbst Krebs hat. Sie will auf gar keinen Fall bemitleidet werden und kann mit Selbsthilfegruppen nichts anfangen. Bis sie in einer Gruppe auf den intelligenten, gut aussehenden und umwerfend schlagfertigen Gus trifft. Der geht offensiv mit seiner Krankheit um. Hazel und Gus diskutieren Bücher, hören Musik, sehen Filme und verlieben sich ineinander – trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit. Gus macht Hazels großen Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam, um dort Peter Van Houten zu treffen, den Autor von Hazels absolutem Lieblingsbuch. Ein tiefgründiges, emotionales und zugleich freches Jugendbuch über Krankheit, Liebe und Tod.

Rezension PiMi:

Ja, Krebsbücher sind doof, da muss man Hazel recht geben, weil Krebs doof ist, er verursacht Schmerzen, man erbricht nach dem Essen, man verliert seine Haare und in Gus Fall sogar das Bein und in den meisten Fällen weiß man, dass es nicht gut enden wird.

Wenn man zu „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ greift, dann sollte man wissen, dass es einem schlaflose Nächte bescheren wird, dass man heulen wird wie ein Schlosshund und dass man das Schicksal und die Sterne hassen wird, auch wenn Shakespeare Cassius behaupten ließ: „Nicht durch die Schuld der Sterne, lieber Brutus, / Durch eigene Schuld nur sind wir Schwächlinge…“ (Zitat S. 106)

Die 16 jährige Hazel leidet an Krebs – Schilddrüse mit umfänglichen Metastasen in der Lunge – Heilungschancen gleich Null. Sie trägt ständig eine Sauerstoffflasche mit sich herum, weil sie ohne diese nur ein paar Minuten Luft bekommt. Hazel weiß, dass sie stirbt, darum verkriecht sie sich in ihrem Zimmer und in ihren Büchern und TV Serien. Sie will einfach nicht noch mehr Menschen mit dem Schmerz belasten, den ihr Tod verursachen wird. Schlimm genug, dass sie ihren Eltern wehtut. „Es gibt nur eins auf der Welt, das ätzender ist, als mit sechzehn an Krebs zu sterben und das ist, ein Kind zu haben, das an Krebs stirbt.“ (Zitat Hazel S. 13)

Nur um ihre Eltern glücklich zu machen geht Hazel trotz großer Unlust zur Selbsthilfegruppe und lernt dort Augustus (kurz Gus) kennen. Augustus ist smart und witzig ein charmanter Bursche dem auf Grund eines Osteosarkoms ein Bein fehlt. Die beiden verlieben sich und sind trotz ihrer Krankheit fast wie ganz normale Teenager nur mit „Krebsbonus“. Hazel schwärmt von ihrem Lieblingsbuch „Ein herrschaftliches Leiden“ von Peter Van Houten. Das Buch handelt von der krebskranken Anne und sie findet in ihm Trost, trotz schlimmen Ausgangs. Augustus ermöglicht ihr den Autor in Amsterdam zu treffen. Sie reisen gemeinsam dorthin und werden dort ziemlich überrascht.

Augustus und Hazel sind sympathische und kluge Protagonisten, die sich Gedanken machen und Diskussionen führen, die zum Nachdenken anregen. Die beiden sind der Beweis dafür, dass das Leben schön ist, trotz allem. Das es Sinn macht zu lieben auch wenn man Narben hinterlässt.

Eigentlich könnte man sagen, dass Green mit einfachen Mitteln arbeitet und auf die Tränendrüse drückt. Man nehme 2 kranke Kinder die nichts weiter wollen als ein paar mehr gute Tage und die Sache ist geritzt. Aber so leicht verhält es sich mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ nicht. Green hat eine ganz einzigartige Art zu schreiben und aus wunderbaren Sätzen eine ehrliche und perfekte Geschichte zu machen die unter die Haut geht. Und es ist wirklich nicht so leicht zu beschreiben was dieses Buch so besonders macht. Es ist so als würde Green sich ganz schnell und ganz tief in dein Herz schreiben, dort bleibt er und lässt dich nie wieder los. Was soll ich anderes sagen, als dass das Buch Potential zum Lieblingsbuch hat und in diesem Jahr wohl das Beste war, was ich gelesen habe (ich werde das Buch sicher noch einmal lesen). Dank Green weiß ich, dass „Okay“ heutzutage ein Flirtwort ist und ich bin buchstäblich und offiziell total verliebt.

Ich schäme mich ein bisschen, dass ich noch nichts anderes von John Green gelesen habe, aber da ich über 15 bin ist das lt. Tobias Rüther, der das Vorwort schrieb auch gar nicht schlimm.

„ Es ist nicht schlimm, noch nie von John Green gehört zu haben, jedenfalls nicht wenn man älter als 15 ist.“

Trotzdem werde ich mir die anderen Romane von ihm schnellstmöglich zulegen und mein Versäumnis nachholen.

Fazit: Ein Buch, das mit Recht längst Kultstatus erreicht hat. Unverblümt, klug und eindringlich schreibt Green warum das Leben schön ist. Absolute Leseempfehlung oder besser gesagt: Lesen, sofort !!

Hier geht es zur Leseprobe: Klick

Lieblingszitate:

S. 162 „Es wäre mir eine Ehre, mir von dir das Herz brechen zu lassen.“

S. 197 „„Das ist nicht fair“, sagte ich. „Es ist so unglaublich unfair.“ „Die Welt“ sagte er, „ist keine Wunscherfüllmaschine““

S.198 „Mir gefällt diese Welt. Mir gefällt, wie die Schatten der Blätter umeinander tanzen, wenn der Wind weht. Mir gefällt, wie es klingt, wenn Holländer Holländisch mit mir reden, bevor sie merken, dass ich ein Tourist bin. Und du gefällst mir. Und jetzt…“

Und das Ende könnte ich hier komplett als Lieblingszitat niederschreiben, aber ich will ja nicht spoilern, dass müsst ihr schon selbst lesen 🙂